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Victoria veritatis caritas

Es waren nur wenige Schritte, die der dann-noch-nicht-Bischof Stefan Oster zum Passauer Stephansdom zu gehen hatte. Doch der Weg zog sich, so viele Hände waren noch zu schütteln, So viele Freunde zu begrüßen und so vielen alten Weggefährten zu danken. Doch Stefan Oster strahlte, als wollte er die bayerische Mai-Sonne noch übertrumpfen.

Bistum Passau | Passau - 24.05.2014

Es waren nur wenige Schritte, die der dann-noch-nicht-Bischof Stefan Oster zum Passauer Stephansdom zu gehen hatte. Doch der Weg zog sich, so viele Hände waren noch zu schütteln, So viele Freunde zu begrüßen und so vielen alten Weggefährten zu danken. Doch Stefan Oster strahlte, als wollte er die bayerische Mai-Sonne noch übertrumpfen.

Drei Stunden später war der Gottesdienst vorüber und der Salesianerpater Stefan Oster (48) der 85. Bischof von Passau. Angeführt vom Münchner Kardinal Reinhard Marx legten ihm mehr als 20 Bischöfe im voll besetzten Passauer Stephansdom die Hände auf.

Das 739 von Bonifatius gegründete Bistum zählt 490.000 Katholiken. Oster ist damit Nachfolger von Bischof Wilhelm Schraml (78). Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz ist er nun der jüngste deutsche Diözesanbischof sowie neben dem Eichstätter Bischof und Benediktiner Gregor Maria Hanke der zweite Ordensmann.

20 Bischöfe aus fünf Ländern

An der Feier nahmen mehr als 20 Bischöfen aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Rumänien und der Partnerdiözese Alagoinhas in Brasilien teil, darunter der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic. Auch Äbte, Äbtissinnen und Ordensobere waren angereist. Dazu kamen rund 250 Priester und Diakone. Der Freistaat Bayern war durch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) und Landtagspräsidentin Barbara Stamm vertreten.

Als Wahlspruch führt der neue Bischof die lateinischen Worte "Victoria veritatis caritas" (Der Sieg der Wahrheit ist die Liebe), die auf den Kirchenvater Augustinus zurückgehen. In seinem Wappen finden sich die Muttergottes aus dem in der Diözese gelegenen Wallfahrtsort Altötting und ein flugbereiter roter Johannes-Adler, der eine Evangeliumsrolle in seinen Krallen trägt. Die drei Nadelbäume stehen für den Ordensgründer der Salesianer, Don Bosco, dessen Name "Wald" bedeutet und auch für den Bayerischen Wald. Palmzweig und Steine erinnern an den heiligen Stephanus, der Wolf wiederum ist Wahrzeichen des Bistums Passau.

Oster hatte sich vor der Weihe für einige Tage ins Benediktinerkloster Niederaltaich zu Exerzitien zurückgezogen. Der Salesianer ist der sechste Ordensmann auf dem Passauer Bischofsthron. (mir/KNA)

Das ist das Bistum Passau

Die Diözese Passau wurde 739 von Bonifatius gegründet und war einst mit mehr als 42.000 Quadratkilometern das größte Bistum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Es erstreckte sich donauabwärts bis Wien. Im Lauf der Geschichte verlor die Diözese sechs Siebtel ihres Gebiets an neu gegründete Bistümer wie Linz, Sankt Pölten und Wien. Mit der Säkularisation 1803 endete die weltliche Herrschaft der Passauer Bischöfe. Heute reicht das Bistum vom größten deutschen Marienwallfahrtsort Altötting in Oberbayern über das niederbayerische Hügelland bis in den Bayerischen Wald. Seit dem Aufbruch in Osteuropa pflegt die Diözese Verbindungen zum tschechischen Nachbarbistum Budweis und der ungarischen Diözese Veszprem. Die Zahl der Katholiken im Bistum ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 50.000 auf 490.000 zurückgegangen.

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