Von Islamisten verwüstet: Kathedrale wird abgerissen

Im vergangenen Jahr hatten Islamisten die Kathedrale von Marawi erobert und verwüstet. Die entweihte Domkirche ist zwar mittlerweile befreit. Doch nun ist klar: Für das Gotteshaus gibt es keine Rettung.

Philippinen | Manila - 15.04.2018

Die von Kämpfen zwischen der philippinischen Armee und islamischen Terroristen schwer beschädigte katholische Kathedrale von Marawi muss abgerissen werden. Die Schäden seien so schwerwiegend, dass ein Wiederaufbau nicht möglich sei, berichtete die Tageszeitung "Manila Bulletin" am Sonntag.

Am 23. Mai 2017 hatten die islamistischen Terrorgruppen Maute und Abu Sajaf Marawi gestürmt und besetzt. Hunderttausende Einwohner flohen vor den Kämpfen und wurden in Lagern außerhalb der Stadt untergebracht. Die Kathedrale "Mary Help of Christians" (Maria, Hilfe der Christenheit) lag im Zentrum der fünf Monate dauernden Kämpfe zwischen Armee und Terroristen. Diese hatten sich sowohl in der Kathedrale als auch in Moscheen und Häusern verschanzt.

Hilfswerke sammelten Spenden für Wiederaufbau

Ein neues Gotteshaus werde erst gebaut, wenn der Wiederaufbau der Stadt und ihrer Moscheen beendet sei, zitierte die Zeitung Ortsbischof Edwin de la Pena. Mit dem Abriss der Kathedrale und der ebenfalls zerstörten Bischofsresidenz werde im Juni begonnen. Bereits Ende März hatte der Bischof angekündigt, aufgrund der Zerstörungen keine Kar- und Osterfeierlichkeiten in seiner Bischofskirche abhalten zu können. Zuletzt liefen jedoch noch Spendensammlungen der Caritas sowie des Hilfswerks "Kirche in Not" für den Wiederaufbau der Kathedrale.

Die Philippinen sind ein mehrheitlich katholisches Land. Mindanao, die zweitgrößte Insel des Landes, ist zwar ebenfalls mehrheitlich katholisch geprägt, die Stadt Marawi wird jedoch fast ausschließlich von Muslimen bewohnt. Marawi ist Sitz einer sogenannten Territorialprälatur, der etwa 35.000 Katholiken angehören. Die Muslime auf Mindanao kämpfen seit vielen Jahrzehnten für eine weitreichende Autonomie. (kim/KNA)

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