Warnung vor "gottlosem" und "volksfremdem" Bischof

Schon länger plädieren sie für eine Einheit Tirols und die Diözesangrenzen von 1919. Jetzt warnen die "Alt-Tyroler Schützen" vor dem Innsbrucker Diözesanadministrator.

Österreich | Bonn - 02.05.2017

Die "Alt-Tyroler Schützen – Andreas Hofer" haben vor einem "Gottlosen" und "Volksfremden" im Bischofsornat gewarnt. In einer Pressemitteilung aus der vergangenen Woche nimmt die Schützenvereinigung damit Bezug auf den Innsbrucker Diözesanadministrator Jakob Bürgler, der als kommender Bischof des Bistums Innsbruck gehandelt wird. Bürgler habe die kirchliche Segnung eines Denkmals für Franz Innerhofer, der als erstes Tiroler Opfer des Faschismus gilt, verweigert, begründen die Schützen ihre Kritik. Dies sei nicht hinnehmbar. Bürgler ist für eine Stellungnahme wegen einer Auslandsreise derzeit nicht erreichbar.

Bekenntnis zur Einheit Tirols gefordert

Das Bistum ist der Schützenvereinigung schon länger ein Dorn im Auge. Auf ihrer Internetseite fordert sie eine Aufhebung der "Kunstdiözese" Innsbruck. Zudem plädieren die Schützen für eine politische Wiedervereinigung der österreichischen und italienischen Teile Tirols. Es müsse nicht nur sichergestellt sein, dass ein zukünftiger Bischof von Innsbruck gegenüber Gott und dem Heiligen Vater in Rom glaubhaft Treue schwöre, "unabdingbar ist auch das Bekenntnis zur friedlichen politischen Einheit Tirols", heißt es dazu in der Pressemitteilung. Darüber hinaus seien die Diözesangrenzen aus dem Jahr 1919 wiederherzustellen; zumindest jedoch müsse der Bischof von Bozen-Brixen Mitglied in der Österreichischen Bischofskonferenz sein.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde Tirol politisch aufgeteilt, wobei Südtirol an Italien ging. Dies brachte auch eine diözesane Neustrukturierung mit sich. Ursprünglich gehörte das heutige Innsbrucker Diözesangebiet zum Bistum Brixen. Für den österreichischen Teil der Diözese wurde die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch, später aufgeteilt in die Diözesen Innsbruck und Feldkirch, gegründet. Der italienische Teil ging in der heutigen Diözese Bozen-Brixen auf. Der Bischofsstuhl in Innsbruck ist seit Anfang 2016 vakant, nachdem der vormalige Oberhirte Manfred Scheuer Bischof in Linz wurde. (tmg)

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