Wirtschaft

Weltbild soll fortbestehen

Kirchliche Teilhaber bemühen sich um Fortbestand der Verlagsgruppe

Fulda - 26.09.2013

Die kirchlichen Teilhaber des Medienkonzerns Weltbild haben sich nach eigenen Angaben auf einen Fortbestand des Unternehmens verständigt. "Die Gesellschafter bemühen sich um eine Lösung für den Fortbestand des Unternehmens“, erklärte der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Verlagsgruppe Weltbild, Generalvikar Peter Beer, am Mittwoch in Fulda.

Entsprechende Schritte und ein Zeitplan seien besprochen worden, so Beer weiter. Der Aufsichtsrat sei beauftragt worden, diese umzusetzen. Nähere Angaben über die konkreten Schritte wollte der Aufsichtsratsvorsitzende nicht machen, da Stillschweigen vereinbart worden sei.

Betriebsrat nicht beruhigt

Der Betriebsrat des Unternehmeens sagte in einer ersten Reaktion, das Statement aus Fulda sei keine Beruhigung. Alles sei sehr vage gehalten und bereite mehr Sorgen als zuvor, erklärte der Vorsitzende Peter Fitz in Augsburg. Er hätte sich von den Bischöfen klarere Äußerungen erhofft. Ähnlich äußerte sich auch am Donnerstag der Augsburger ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck. Er bedauerte, dass ein Personalabbau nicht deutlich ausgeschlossen worden sei.

Weltbild gehört zwölf katholischen deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und der katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Im Sommer 2012 beschlossen die Eigentümer, ihre Anteile in eine kirchliche Stiftung zu überführen. Dies ist bis heute jedoch nicht umgesetzt worden. Nach unbestätigten Medienberichten fühlen sich einige Diözesen nicht mehr an den Stiftungsbeschluss gebunden und betreiben den Verkauf.

Player wird geladen ...
Kirche will Fortbestand von Augsburger Verlagsgruppe Weltbild sichern  

"Gesellschafter sind sich ihrer Verantwortung bewusst"

Beer erklärte weiter, die Gesellschafter seien "sich der Verantwortung bewusst, die sie zusammen mit dem Unternehmen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben". In Fulda, wo seit Montag die Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe stattfindet, hatten sich die Weltbild-Gesellschafter nach Beers Worten "intensiv und differenziert mit der aktuellen Problemlage um die Verlagsgruppe Weltbild GmbH beschäftigt". Sie hätten sich über die Situation von der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und externen Sachverständigen berichten lassen. (mit Material von KNA)

Stichwort: Weltbild

Die Verlagsgruppe Weltbild gehört zu den größten Medienhandelsunternehmen in Europa. Rund 6.800 Mitarbeiter erwirtschafteten zuletzt rund 1,59 Milliarden Euro Umsatz (Geschäftsjahr 2011/2012). Zu den Gewinnen gibt es offiziell keine Auskünfte. Wie inzwischen bestätigt, macht Weltbild jedoch 2013 erstmals seit längerem Verluste. Dies wird laut Geschäftsführung auch 2014 noch so sein. Das aus dem katholischen Zeitschriftenverlag Winfried-Werk hervorgegangene Unternehmen ist auf dem Buchmarkt mit mehr als 400 Filialen im deutschsprachigen Raum, einem Onlineshop weltbild.de und im Katalogversandhandel tätig. Neben Büchern und Zeitschriften vertreibt die Verlagsgruppe auch CDs, DVDs, Elektronik, Geschenk- und Haushaltsartikel. Weltbild-Gesellschafter sind zwölf katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) sowie die katholische Soldatenseelsorge Berlin. Unter dem Eindruck einer öffentlichen Debatte über den Verkauf von Erotik- und Esoterik-Titeln bei Weltbild hatten die Eigentümer im November 2011 beschlossen, sich von dem Medienhandelshaus zu trennen. Ende Juni 2012 rückten sie von einem Verkauf ab und entschieden, den Konzern in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts zu überführen. Dies ist bis heute nicht umgesetzt. (KNA)

Von Agathe Lukassek

Diesen Artikel teilen:

Folgen Sie katholisch.de via     Facebook     Twitter     YouTube     Newsletter

Impressum  |  Über uns  |  Datenschutzerklärung  |  © 2016