"Wir müssen auf die Kinder hören!"

Mitglieder der Bischofskonferenz haben sich am Freitag in Köln mit Kindern getroffen und dabei ungeschminkte Einblicke in deren familiären Alltag erhalten. Die Veranstaltung diente der Vorbereitung der Bischofssynode im Oktober im Vatikan.

Familie | Köln - 04.09.2015

"Meine Mama weckt mich morgens um 20 vor sieben." - "Ich teile mir mit meinen beiden jüngeren Geschwistern das Kinderzimmer. Manchmal wird es ganz schön laut." - "Wenn die Schule aus ist, freue ich mich am meisten auf zu Hause." Tiefe und ungeschminkte Einblicke in den Alltag von Kindern erhielten Mitglieder und Berater der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag bei einer Veranstaltung mit Kindern in Köln.

Ziel war es, für die Vorbereitungen der Bischofssynode im Oktober im Vatikan und ein geplantes Wort der deutschen Bischöfe zu "Ehe und Familie" verschiedene Stimmen und Eindrücke zum alltäglichen Leben von Familien zu sammeln. 34 Mädchen und Jungen aus neun Bistümern erzählten unter anderem Erzbischof Heiner Koch, dem Vorsitzenden der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, und dessen Stellvertreter, Weihbischof Wilfried Theising aus Münster, wie ihr Tagesablauf und der ihrer Familien aussieht.

In moderierten Kleingruppen kamen die Kinder und die Vertreter der Bischofskonferenz allerdings nicht nur ins Gespräch. Die Mädchen und Jungen bauten Häuser aus Karton und zeigten damit kreativ und bildlich, wie ihr Zuhause aussieht. "Die sehr große Offenheit der Kinder, die ihren Tagesablauf beschrieben haben, fand ich sehr schön", so Theising.

Familien als sicherer Lebensort

Kinder seien sehr in einen festen Tagesablauf eingespannt, vor allem in der Schule gebe es starke Anforderungen. Aber Kinder nutzten auch ihre Freizeit intensiv, um sich zu entwickeln und zu entfalten. "Familien sind dabei mit großer Selbstverständlichkeit der Lebensort, der den Kindern einen festen Rahmen und große Sicherheit für ihr Aufwachsen zwischen Schule, Freunden, Jugendverbänden und Sportvereinen gibt", sagte der Weihbischof.

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Vom 4. bis 25. Oktober 2015 trifft die XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" in Rom zusammen. Die Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zur Synode.

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In der Katechese sprach Erzbischof Koch mit den Kindern und betonte, dass Familie mehr sei als Eltern. "Das müssen wir auch bei der bevorstehenden Synode bedenken. Eine Familie besteht nicht nur aus Eltern, sondern auch aus Kindern, Großeltern, Verwandten, Freunden." Das zeige sich schon an der Heiligen Familie: "Die Heilige Familie ist das Herz unseres Familienverständnisses. Maria und Josef zeigen das Miteinander, das Familie ausmacht. Der Stall zu Bethlehem war ein offenes Haus. Die Hirten, die Heiligen Drei Könige - alle waren willkommen und nahmen teil an der Freude der Geburt Jesu. Und so sollen auch wir es ihnen gleichtun", betonte der küntige Berliner Erzbischof.

"Ein Kind ist ein einzigartiges Wunder und ein Zeichen der Liebe"

Koch zeigte sich beeindruckt von den Schilderungen der Kinder: "Wir müssen auf die Kinder hören! In all unseren Überlegungen über die Familie müssen die Situation und der Schutz der Kinder im Vordergrund stehen, dass sie behütet und sorgenfrei aufwachsen können." Die Kirche müsse Familien auf ihren unterschiedlichen Lebenswegen begleiten und dabei immer bedenken, dass man die Probleme der Erwachsenen nicht zu den Problemen der Kinder machen dürfe. "Denn ein Kind ist ein einzigartiges Wunder und ein Zeichen der Liebe", so Koch.

Im Auftrag der Kommission für Ehe und Familie der Bischofskonferenz hatte das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung übernommen. "Kinder sind für uns immer Akteure und stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Unabhängig davon, ob es um Kinder hier in Deutschland geht oder um die Kinder in der Einen Welt", machte Prälat Klaus Krämer, der Präsident des Kindermissionswerks, deutlich. "Als Hilfswerk der Sternsinger ist es für uns ganz entscheidend, dass wir Kindern immer Gehör verschaffen, wenn es um ihre Bedürfnisse, um ihre Sorgen und Nöte geht. Mädchen und Jungen müssen zu Wort kommen, wenn wir uns ernsthaft mit ihrer Lebenswirklichkeit beschäftigen möchten", so Krämer. (stz)

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