Jesus lebt

Der Evangeliumstext von der Auferstehung Jesu wird hier für Kinder nacherzählt. Aber was bedeutet diese Geschichte und Ostern? Im Anschluss gibt es für Kinder eine Deutung der Ereignisse.

Dossier: Ostern | Bonn - 06.01.2015

In Jerusalem lebte Josef von Arimathäa. Er war ein angesehener Mann und ein Bewunderer von Jesus. Josef bat den Statthalter Pilatus am Freitagabend, Jesus begraben zu dürfen. Am nächsten Tag nämlich war Sabbat. Und da durften keine Toten beerdigt werden. Pilatus erteilte ihm die Erlaubnis. Da nahm Josef den Leichnam vom Kreuz, wickelte ihn in ein großes Leinentuch und brachte ihn zu dem Felsengrab in seinem Garten, das er für sich selbst hatte hauen lassen. Dort legte er den Leichnam auf eine Steinbank und wälzte einen großen Stein vor den Eingang.

Einige Frauen, die bei der Kreuzigung dabei gewesen waren, unter ihnen Maria Magdalena, gingen mit Josef. Sie wollten sehen, wo Jesus beerdigt wird, um den Leichnam am Sonntag mit wohlriechenden Salben und Ölen einzureiben. Das war damals Sitte. Traurig machten sich die Frauen wieder auf den Weg nach Hause. Am Samstag, dem Sabbat, trauerten sie und die Jünger um ihren toten Freund. Sie waren verzweifelt und konnten es nicht fassen, dass ihr geliebter Meister tot im Grabe lag.

Das Grab war leer

Am frühen Sonntagmorgen, die Sonne ging gerade auf, machten sich Maria Magdalena und die anderen Frauen auf den Weg zu Josefs Garten. Unterwegs sprachen sie zueinander: "Wer wird uns wohl den Stein wegwälzen, der das Felsengrab verschließt? Er ist riesengroß. Ob wir Josef wecken sollen?" Doch als die Frauen näher kamen, trauten sie ihren Augen nicht. Der Stein war schon weggewälzt. Sie gingen in die Höhle hinein. Aber wie erschraken sie da! Das Grab war leer, und das Leinentuch, in das Josef den Leichnam Jesu eingehüllt hatte, lag zusammengefaltet auf der Steinbank.

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Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger". In dieser Folge geht es um die Auferstehung und ihre Bedeutung im christlichen Glauben.
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"Wir werden uns wiedersehen"

Schnell liefen die Frauen zu Petrus und Johannes und erzählten ihnen, was sie gesehen hatten. Die beiden Männer konnten es nicht glauben und wollten selber nachsehen. Und als sie das Grab betraten, fanden sie alles so vor, wie die Frauen es beschrieben hatten. Petrus und Johannes dachten darüber nach, was Jesus ihnen beim letzten Abendmahl gesagt hatte: "Wenn ich vom Tode auferstanden bin, werden wir uns in Galiläa wiedertreffen. Ich werde dort sein und auf euch warten." Aber sie konnten es sich nicht vorstellen.

"Warum weinst du?"

Petrus und Johannes eilten in die Stadt zurück. Nur Maria Magdalena stand noch am leeren Grab und weinte. Sie dachte, jemand habe den Leichnam gestohlen und woanders hingebracht. Doch dann erblickte sie einen jungen Mann in einem schneeweißen Gewand. Er saß dort, wo Jesus gelegen hatte, und er begann zu sprechen: "Warum weinst du?" Maria Magdalena antwortete: "Man hat meinen Herrn weggenommen. Und ich weiß nicht, wohin man ihn gebracht hat."

"Jesus lebt! Er ist auferstanden!"

Plötzlich spürte sie, dass jemand hinter ihr stand. Als sie sich halb umdrehte, sah sie einen Mann und dachte, es wäre der Gärtner. Der Fremde fragte: "Warum weinst du?" Und sie antwortete: "Herr, wenn du den Leichnam Jesu weggebracht hast, dann sag mir bitte, wo er ist. Dann will ich ihn holen und mit Ölen und Salben einreiben." Der Fremde sagte nur ein einziges Wort: "Maria!" Sie drehte sich um und sah das Gesicht des Mannes, dessen Stimme sie kannte und den sie über alles liebte. Es war Jesus. Er sagte: "Geh zu den anderen Freunden und sage ihnen, dass ich auferstanden bin und zu meinem und eurem Vater gehe." Maria lief zurück. Alle Angst und Trauer waren verschwunden. Schon von Weitem rief sie ihren Freunden zu: "Jesus lebt! Ich habe ihn gesehen. Und er hat mit mir gesprochen." Die Freunde umarmten sich. Sie lachten und weinten gleichzeitig. Es war Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu.

(nacherzählt aus dem Johannesevangelium, Kapitel 19 und 20)

Der Fremde sagte nur ein einziges Wort: "Maria!" Sie drehte sich um und sah das Gesicht des Mannes, dessen Stimme sie kannte und den sie über alles liebte. Es war Jesus.
 picture alliance/CPA Media

Kurz erklärt

Liebe Kinder, wie glücklich Maria Magdalena und die Jünger wohl waren, als sie vom auferstandenen Jesus erfuhren! Nach der unendlichen Trauer eine solche Freude! Ein Gefühl dafür bekommen wir in der Auferstehungsmesse der Osternacht. Wenn wir unsere Kerzen an der dicken Osterkerze entzünden und die dunkle Kirche immer heller wird. Und wenn dann noch die Orgel mit dem Lied "Das Grab ist leer" einsetzt, fühlen wir uns wie befreit. Jesus schenkt uns ein neues Leben Für Christen in aller Welt ist Ostern das höchste Fest. Es erinnert uns an die Auferstehung Jesu von den Toten. Wir glauben, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Versetzen wir uns einmal in die Lage der Jünger: Hätten wir uns nach Jesu grausamem Tod vorstellen können, dass er wieder heil vor uns stehen wird? Bestimmt nicht. Durch Jesus haben wir die Zusage: Gott schenkt uns nach dem Tod ein neues Leben. Und dieses Leben kann keine Macht der Welt töten. Es ist stärker als alle Gräber, Mauern und Hindernisse der Welt. Jesus behält sein Leben, das neu und stark macht, nicht für sich. Durch die Taufe gibt er es an uns alle weiter. Was wir an Ostern feiern Der Glaube an die Auferstehung Jesu macht uns stark. Wir glauben, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Und wir hoffen, dass wir einmal alle wiedersehen werden, die wir lieb haben und die vor uns gestorben sind. Das alles feiern wir an Ostern. Auch die Eier, die wir uns zu Ostern schenken, deuten auf unser Leben nach dem Tod hin. Denn sie sind Zeichen der Freude und des neuen Lebens. Aus Eiern kommen kleine Küken hervor. Hinter der kalten Schale steckt also etwas Warmes, Lebendiges. Die Schale ist für das Küken wie eine Mauer, die es durchbrechen muss, um ans Licht zu gelangen. Das Osterei soll deshalb Zeichen für das neue Leben sein, das Jesus uns geschenkt hat. Und es soll ein Symbol für die Mauern sein, in denen wir oft gefangen sind: Mauern des Hasses, der Lieblosigkeit, des Neids oder der Unzufriedenheit. Mauern, die wir wie das Küken im Ei durchbrechen können.

Von Margret Nußbaum

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