Papst-Unterstützer in Ost und West

Thomas Seiterich über die Solidaritätsbewegung für Papst Franziskus

Standpunkt | Bonn - 02.11.2017

Thomas Seiterich ist Redakteur der Zeitschrift Publik-Forum.

Es sind bereits mehr als 38.000 Menschen, die den Sympathiebrief an Papst Franziskus unterzeichnet haben – und von Minute zu Minute werden es mehr. Was völlig neu an der Sache ist: Erstmals entsteht da eine internationale Sympathiebewegung für eine aufgeschlossene Kirche, getragen vornehmlich von Christen in Ost- und in Westeuropa.

Die Initiatoren, der Religionsphilosoph Tomas Halik und der emeritierte praktische Theologe und Kirchenvorausdenker Paul Michael Zulehner, stammen aus Prag und aus Wien, also aus Tschechien und Österreich. Alle vorausgegangenen, großen Basisinitiativen zur Reform der katholischen Kirche, beispielsweise das "Kirchenvolksbegehren" von 1995, hatten den Osten Europas praktisch beiseite gelassen.

Doch nun stellen die Franziskus-Freunde Zulehner und Halik ihren freundlich formulierten Solidaritätsbrief für den von fundamentalistischen Nostalgikern und Konservativen attackierten Papst Franziskus auch auf  Kroatisch, Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch, Slowenisch und Polnisch unter www.Pro-Pope-Francis.com ins Netz. Und siehe: Der Zuspruch ist enorm. Es gibt offenkundig Vieles, was Christen in den Visegrad-Staaten mit kirchlich engagierten Glaubensgeschwistern im Westen verbindet. Bischöfe wie der Prager Vaclav Maly unterzeichnen ebenso wie tausende osteuropäische Laien sowie christliche Politiker und Geistliche.

Dieses neue  Miteinander von Ost und West ist erfreulich. Zumal es bis vor kurzem eher düster ausgesehen hat. Die Frage der Aufnahme von Flüchtlingen und der Rechtskurs östlicher Bischöfe hatten auch die Kirchen nach Ost und West gespalten – so sehr, dass der Wiener Kardinal Schönborn sich nahezu hoffnungslos zeigte.

Die galoppierende Aktion "Pro Pope Francis", der die Grüppchen konservativer Papstgegner nur ihre mehr oder weniger seltsamen Internetauftritte entgegenzusetzen haben, macht deutlich, wie stark der Aufbruchswille und die Lebendigkeit in der katholischen Kirche derzeit ist - allen Untergangsprognosen zum trotz, in Ost und in West.

Von Thomas Seiterich

Der Autor

Thomas Seiterich ist Redakteur der Zeitschrift "Publik-Forum".

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