Unterschriften helfen dem Papst

Christof Haverkamp über die Initiative "Pro Pope Francis"

Standpunkt | Bonn - 20.10.2017

Christof Haverkamp ist Chefredakteur einer Bistumszeitung.

Braucht Papst Franziskus das? Braucht er Unterschriften der Gruppe "Pro Pope Francis"? Zumindest schadet es der katholischen Kirche nicht, im Gegenteil. Es kann nur hilfreich sein, wenn viele Bischöfe, Theologen oder Sozialethiker, wenn engagierte Laien und Priester aus aller Welt dem Kirchenoberhaupt ihre Solidarität bekunden. Wenn sie den von Franziskus eingeschlagenen Reform-Weg begrüßen und den Papst auch im Gebet begleiten wollen.

"Pro Pope Francis" ist eine Initiative, die sich positiv zur Amtsführung des Papstes äußert. Das ist besser als ständige Nörgelei an seinem Kurs. Daher ist die Initiative sinnvoll, auch weil Franziskus seit längerem offener, heftiger Widerstand aus erzkonservativen Kirchenkreisen entgegenschlägt, selbst von manchen amtierenden oder ehemaligen hohen Amtsträgern im Vatikan. Franziskus geht damit erstaunlich gelassen um.

Kritiker dagegen diffamieren den Papst als theologischen Bruder Leichtfuß, was er nicht ist. Für sie bleibt die zugewandte Art der Amtsführung ungewohnt. Das gilt auch für seinen unkomplizierten Umgang, der in der Kirche selbstverständlich sein sollte. Viele deutsche Bischöfe - und nicht nur sie - sind dagegen heilfroh über den Kurs von Franziskus. Was sie in der Pastoral seit Jahren bewegt, können sie endlich öffentlich aussprechen. Zu wünschen ist, dass sie noch offener ihre Zustimmung bekunden und nicht schweigen.

Den Papst-Kritikern dagegen fällt es offenbar schwer zu akzeptieren, dass Barmherzigkeit zur christlichen Botschaft zwingend dazugehört. Und wo der herzliche Mann aus Argentinien wieder und wieder Menschenfreundlichkeit vorlebt, wittern seine Gegner Anpassung an den Zeitgeist; sie befürchten modernistische Tendenzen und Abweichungen von der vorgeblich wahren Lehre der Kirche. Das aber ist nicht das Ziel des Papstes, der bewusst missverstanden wird. Auch aus diesen Gründen wendet sich der öffentliche Brief von "Pro Pope Francis" faktisch mehr an diese Gruppe als an Franziskus selbst.

Von Christof Haverkamp

Der Autor

Christof Haverkamp ist Chefredakteur der Bistumszeitung "Kirche+Leben" in Münster.

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