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Auswanderer

Seit 1871 begleitet das katholische Raphaels-Werk Menschen auf dem Weg in eine neue Heimat. Die Beratung ist unabhängig von Religion, Nationalität und rechtlichem Status. Das Anliegen der Ratsuchenden steht im Mittelpunkt.

Seelsorge von A-Z | Bonn - 07.01.2015

Ob bei "Mein neues Leben XXL" oder "Goodbye Deutschland": In den Auswanderer-Soaps und -Dokumentationen vor allem der privaten Fernsehsender dreht sich die Berichterstattung entweder um das neue Traumleben oder um das totale Desaster. Die Realität ist gleichwohl nüchterner und vielschichtiger.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wanderten 2010 mehr als 670.000 Einwohner aus Deutschland aus, knapp 800.000 zogen zu oder kamen zurück. Der Anteil der ausgewanderten Deutschen betrug 141.000, der Anteil weggezogener Ausländer war mit über einer halben Million um ein Vielfaches höher.

Bei möglichen Wunschzielen denkt man gemeinhin an die Vereinigten Staaten, Australien oder Kanada, die Zahlen aber zeigen: Die Schweiz ist mit Abstand das beliebteste Auswandererland, erst dann folgen die USA, Australien und Kanada sind auf Plätzen zehn und elf. Fast zwei Drittel der auswandernden Deutschen verblieben im europäischen Raum.

Lagen die Motive früher in Wirtschaftskrisen, politischen Gründen oder Kriegen begründet, liegen die Gründe heute eher im persönlichen Bereich: Abenteuerlust, Neugier, Liebe, Sehnsucht nach Veränderung und Selbstverwirklichung sind häufig Triebfedern, um im Ausland eine neue Existenz aufzubauen.

Vor dem Aufbruch liegen sprachliche Barrieren, steht die Planung, das Abwägen von beruflichen, sozialen und kulturellen Chancen und Risiken, der Kampf mit Behörden und die (vorerst) endgültige innere Loslösung des vertrauten Lebensführung.

Seit 1871 begleitet das katholische Raphaels-Werk Menschen auf dem Weg in eine neue Heimat (einen Überblick zur Geschichte finden Sie hier). Die Beratung ist unabhängig von Religion, Nationalität und rechtlichem Status. Das Anliegen und die Ausgangslage der Ratsuchenden und ihrer Familie stehen im Mittelpunkt. Die Begleitung geschieht auf der Basis des christlichen Menschenbildes, das den Einzelnen nicht auf Aspekte wie Karriere und Verdienst reduziert, sondern ihn in seinem sozialen Kontext sieht.

Globale Migration ist mit einer Zunahme von Partnerschaften und Ehen zwischen Menschen verschiedener ethnischer und nationaler Herkunft verbunden. In den bundesweit 20 Anlaufstellen des Raphaels-Werkes finden diese Menschen Information und Beratung. Zu den weiteren Kernaufgaben des Fachverbandes des Deutschen Caritasverbands gehört, sich ausländischen Flüchtlinge, die keine Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland haben, anzunehmen. (mwi)

Externer Link: www.raphaelswerk.de

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