• © Bild: Jeanette Dietl/Fotolia.com

Betriebsseelsorge

Die Kollegen lästern hinterrücks und neulich war die Rede davon, jemanden mit den eigenen Qualifikationen einzustellen. Das setzt einen im Beruf unter Druck. Es ist kein Zeichen für Schwäche, in solchen Situationen Unterstützung durch Geistliche zu suchen.

Seelsorge von A-Z | Bonn - 07.01.2015

Die Kollegen lästern hinterrücks, immer wieder diese kleinen Sticheleien, und neulich war doch in der Personalabteilung die Rede davon, jemanden mit den eigenen Qualifikationen einzustellen. Das setzt einen im Beruf unter Druck, und wenn man dann nach Hause kommt, geht der Stress weiter. Oder ist das alles nur Einbildung?

Es ist kein Zeichen für Schwäche, in solchen Situationen Unterstützung durch Geistliche zu suchen. Wie in vielen anderen Seelsorgebereichen der katholischen Kirche auch ist die Betriebsseelsorge Sache der einzelnen Bistümer. Wer im Beruf unter Konflikten oder gar Mobbing durch Mitarbeiter leidet, den Verlust des Arbeitsplatzes befürchtet oder private Krisen an den Arbeitsplatz mitbringt, kann sich mit den Seelsorgern in Verbindung setzen.

Sie beraten, begleiten auch Mitarbeitervertretungen und unterstützen Aktionen gegen Personalabbau. Arbeitnehmer können mit ihnen in Verbindung treten – die Gespräche werden vertraulich behandelt, was zum Beispiel bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz wichtig ist –, von sich aus stellen die Seelsorger Kontakt zu Unternehmensleitungen und Betriebsräten her, bieten Fortbildungen an und vieles mehr.

Immer wieder findet sich dabei auf den Internetseiten der Bistümer und Dekanate der Hinweis auf die "massiven Umbrüche in der Arbeitswelt" (Arbeitnehmerpastoral Erzdiözese Bamberg), denen es zu begegnen gilt – "vorrangig auf Seiten der kleinen Leute". Dazu gehören Betriebsschließungen sowie immer stärkerer Konkurrenz- und Leistungsdruck und das sehr aktuelle Thema "Burnout".

In Bamberg, Kassel und anderen Seelsorgebereichen wird zudem eine spezielle Form der Betriebsseelsorge angeboten: die Fernfahrerpastoral. Sie haben ein offenes Ohr für die Brummi-Fahrer, die viel Zeit alleine auf Autobahnen verbringen, oft unter Zeitdruck fahren und eine ganz eigene Mentalität entwickelt haben. Auch Veranstaltungen wie Trucker-Treffen, Fernfahrer-Frühschoppen und Wochenenden für Fahrer mit Partnern werden von dieser Pastoral angeboten.

Ihre Wurzeln hat die Betriebsseelsorge in der katholischen Sozialbewegung, die durch die Öffnung der Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil angestoßen wurde. Besonders die "Würzburger Synode" von 1971 bis 1975 trug maßgeblich dazu bei, dass die am arbeitenden Menschen ausgerichtete Seelsorge in der Gesellschaft Fuß fassen konnte. (knp)

Betriebsseelsorge in den Diözesen

Die Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart hält neben anderen Informationen auch Links zu diözesanen Anlaufstellen in Deutschland bereit.

Zur Website

Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2017