Ein göttlicher Augenblick
6. August: Verklärung Christi
Am 6. August feiert die katholische Kirche die "Verklärung Christi" (oder Verklärung des Herrn). Das Fest bezieht sich auf eine Stelle in den Evangelien, in der Petrus, Jakobus und Johannes mit Jesus auf den Berg Tabor östlich von Nazareth steigen. Dort haben sie ein überwältigendes Erlebnis:
"Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht" (Mt 17,2). Jesu Gestalt hat etwas Faszinierendes und deutet nur in einem kurzen Moment auf seine Göttlichkeit hin. Die Stelle im Evangelium über die Verklärung des Herrn wird in der katholischen Kirche auch am 2. Sonntag der Fastenzeit gelesen. Denn das Geschehene deutet als Vorahnung auf die Ostererfahrungen hin.
Seit dem 5. Jahrhundert feiert die Orthodoxie dieses Fest, und es verbreitete sich auch in den Westen. Nach dem Sieg der Ungarn über die Türken bei Belgrad nahm 1457 die lateinische Kirche das Fest in ihren Kalender auf. Der Papst benutzte für die Messe an diesem Tag erstmals neuen Wein und segnete Trauben.
Die Frömmigkeit der Orthodoxie ist stark geprägt von der Verklärung. Die damit verbundene ausgeprägte Lichtsymbolik wirkt in der Ostkirche in viele Bereiche mit hinein. So findet sie große Beachtung besonders in der Liturgie und Ikonografie. Der Heiligenschein deutet unter anderem in der Kunst darauf hin.
(gam)
© katholisch.de (Eingestellt am 25. September 2012)


















