Auf allen
Kanälen
Kirche und Medien
Von der Zeitung über den Bücherladen bis zum eigenen YouTube-Kanal – die katholische Kirche ist aktiv in der deutschen Medienlandschaft. Dabei beruht ihr Engagement auf einer Mischung aus Büchern, Zeitschriften, Bistumsblättern, Fernseh- und Hörfunkproduktionen sowie eigenen Internetauftritten. Die verschiedenen Medien bieten der Kirche die Möglichkeit, mit ihrer Botschaft die Menschen zu erreichen und die Gemeinschaft der Kirchenmitglieder untereinander zu vertiefen.
Katholische Verlage und Buchhandlungen
Seit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg ist die Kirche von Büchern und Schriften geprägt. Heute setzen sich rund 200 katholische Verlage und Buchhandlungen für ein vielfältiges Angebot an religiöser und kultureller Literatur in Deutschland ein. Neben den großen Playern wie dem Augsburger Verlagshaus Weltbild werden auch kleine Klosterläden und privatgeführte Buchgeschäfte immer bedeutender für die Verbreitung christlicher Werke. Traditionelle Verlage passen sich dem Wandel der Zeit an. Sie entwickeln sich zu integrierten Medienhäusern, die eigene Druckereien, Buchhandlungen und journalistische Redaktionen betreiben. Das Angebot spricht an: Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz (Stand Juni 2012) erreicht die Bistumspresse eine verkaufte Auflage von rund 780.000 Exemplaren.
Borromäusverein
Eine besondere Rolle kommt dem Borromäusverein zu. Vom heiligen Karl Borromäus (1538 – 1584) ist überliefert, dass er bei seinen Reisen als Bischof ganze Seminarbibliotheken entrümpelt und neu geordnet haben soll. Seit seiner Gründung 1845 in Bonn widmet sich der katholische Verein "der Begünstigung guter Schriften und Bücher". Heute bietet der Borromäusverein den bundesweit mehr als 35.000 ehrenamtlichen Büchereimitarbeitern einen kompetenten Überblick über den deutschen Büchermarkt und unterstützt die katholischen Büchereien mit Weiterbildungen und Fachseminaren.
Sankt Michaelsbund in Bayern
Ein eigener Verlag mit Buchhandlung und -versand, sowie die Beratung der rund 1.200 öffentlichen Büchereien in Bayern - der Sankt Michaelsbund aus Bayern ist einer der größten Mediendienstleister der katholischen Kirche. Zahlreiche Journalisten arbeiten in der Radio- und Fernsehredaktion des Medienhauses und produzieren Beiträge für die privaten Radio- und Fernsehsender des Freistaats.
Katholische Fernseh- und Radioarbeit
Ob auf dem Flachbildschirm oder auf dem Handy – die katholische Kirche gestaltet das digitale Zeitalter mit. Die Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz bringt sich mit ihren drei Fernsehbeauftragten bei der Programmplanung der bundesweiten Fernsehsender aktiv ein. Sie verantworten die kirchlichen Sendungen des ZDF, der RTL-Gruppe und der ProSiebenSAT.1 Media AG. Für das Erste Deutsche Fernsehen besorgen die kirchlichen ARD-Senderbeauftragten Gottesdienstübertragungen an Feiertagen. Sie zeichnen auch verantwortlich für das Wort zum Sonntag in der ARD sowie eine Vielzahl von Verkündigungssendungen auf den Radiowellen der ARD. Darüber hinaus verfügen zahlreiche regionale TV-Anstalten und Radiosender über eigene Kirchenredaktionen, welche die gesetzlich gesicherten Sendezeiten mit religiösen Reportagen oder Fernsehgottesdiensten füllen. Das Erzbistum Köln unterhält mit dem Domradio einen eigenen Radiosender.
ifp – katholische Ausbildung in den Medien
Ein weiterer wichtiger Mosaikstein in der Medienarbeit der Kirche ist die Journalistenschule ifp, das Institut zur Förderung Publizistischen Nachwuchses. Als Kind des 2. Vatikanischen Konzils wurde die kirchliche Journalistenschmiede 1968 von der Bischofskonferenz gegründet. Seitdem bildet das ifp junge Menschen zu wertorientierten und ethisch-verantwortlichen Journalisten in den Sparten Print, Radio, sowie Fernsehen und Online aus.
Im Institut zur Förderung publizitischen Nachwuchses werden die Journalisten von morgen professionell ausgebildet.
Bildquelle: katholisch.deÜberregionale Medien
Viele Redaktionen der Presse und zahlreiche Rundfunk-, TV- und Internetanbieter nutzen das Informationsangebot der Katholischen Nachrichtenagentur KNA. Dabei sind eine fundierte, journalistisch unabhängige und zugleich christlich orientierte Berichterstattung ihr Markenzeichen. Seit ihrer Gründung 1952 hat die KNA mit ihren Korrespondenten, unter anderem in Brüssel und Rom, ein weites Informationsnetz geschaffen.
Ihr Sitz ist das katholische Medienhaus in Bonn, wo auch die Redaktion www.katholisch.de angesiedelt ist. Katholisch.de ist das offizielle Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland, engagiert sich besonders im Bewegtbildbereich, hat einen eigenen YouTube-Kanal und ist in den sozialen Medien präsent.
Katholische Medienpreise
Auch die Prämierung wertvoller Medienprodukte ist ein Anliegen der Kirche. Aus diesem Grund verleiht eine fachkundige Jury im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz regelmäßig den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis sowie den Katholischen Medienpreis. Der mit 5.000 Euro dotierte Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis zeichnet seit 1979 Werke aus, die "beispielhaft und altersgemäß christliche Lebenshaltungen verdeutlichen und Glaubenswissen erschließen". Seit 2012 vergibt die Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft katholischer Publizisten (GKP) den Katholischen Medienpreis in den Sparten "Printmedien" und "Elektronische Medien". Prämiert werden Beiträge, die das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern und Orientierung an christlichen Werten stärken.
Medienbischof Gebhard Fürst
Als Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, zuständig für die Medienarbeit der Katholischen Kirche. Bei Fragen und Hintergrundinformationen rund um das Thema „Medien und Kirche“ ist er der offizielle Ansprechpartner der Bischofskonferenz.
Von Johannes Reichart
© katholisch.de (eingestellt am 25. September 2012)


















