Fair werden
Konsum | 24.10.2012 - Düsseldorf
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat kirchliche Organisationen und Einrichtungen zu einer stärker an ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichteten Einkaufsverhalten aufgerufen. Nicht Sparsamkeit sondern Gerechtigkeit solle im Vordergrund kirchlicher Einkaufspraxis stehen, forderte der BDKJ am Dienstag in Bonn.
Mit ihren zahlreichen Institutionen sei die Kirche ein Einkaufsriese, so der Jugend-Dachverband. „Leider ist es in der Kirche auch mehr als 40 Jahre nach Einführung des Fairen Handels keine Selbstverständlichkeit, Einkauf und Verbrauch auf Nachhaltigkeit auszurichten“, kritisierte der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler. Das Volumen kirchlicher Beschaffung in Deutschland wird auf etwa 60 Milliarden Euro jährlich geschätzt.
„Klare Zeichen setzen“
"Durch Einkauf, Verbrauch und Wirtschaftsweise klare Zeichen für ökologische und soziale Verantwortung zu setzen, ist ein Gebot der Glaubwürdigkeit, insbesondere für christliche Verbände und Institutionen", heißt es in einem Beschluss des BDKJ. Als Teil von Gottes Schöpfung sei die Kirche verantwortlich dafür, diese sorgsam zu behandeln. "Wir haben nicht das Recht, natürliche Ressourcen rücksichtslos auszubeuten und damit den Lebensraum unserer Mit-Geschöpfe zu beschneiden oder diese gar auszurotten", so der Verband weiter. Die katholische Kirche in Deutschland könne und müsse Vorbild sein für eine Wirtschaftsweise, die den Erhalt der Lebensgrundlagen aller ermögliche.
Die katholischen Jugendverbände sind Mitinitiator des Fairen Handels in Deutschland, Gesellschafter der Fair-Trade-Organisation GEPA sowie in zahlreichen entwicklungspolitischen Bündnissen aktiv. Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. (stz)
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