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Akteure der Glaubensvermittlung

13. Ordentliche Bischofssynode vom 8. bis zum 28. Oktober 2012 im Vatikan.
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Weltbischofssynode | 20.10.2012 - Vatikanstadt

20.10.2012 java.util.GregorianCalendar

Halbzeit bei der Weltbischofssynode im Vatikan zum Thema Neuevangelisierung: Nach Abschluss der Generaldebatte treten die 400 Synodenteilnehmer derzeit in zwölf Sprachgruppen zu vertiefenden Sachgesprächen zusammen. 230 der 260 Bischöfe haben in den ersten zehn Tagen ihr jeweils fünfminütiges Rederecht genutzt, die übrigen reichten ihre Beiträge schriftlich ein, wobei die Synodenregie diesmal kein inhaltliches Raster vorsah und die Themen und Akzente somit bunt und unsortiert abwechselten.

Inzwischen sind etliche Schwerpunkte erkennbar, die von den Synodalen nun für den Schlusstext aufbereitet werden müssen. In erster Linie gehe es um die Gottesfrage, wie man den christlichen Glauben in einer säkularen Gesellschaft, die Gott zunehmend an den Rand dränge oder ausschließe, wieder stärker positionieren könne.

Wie können die Gläubigen wieder stärker zur Verantwortung für Mission und Evangelisierung sensibilisiert werden? Wie muss der Dienst der Kirche neu ausgelotet werden, uch angesichts der Herausforderungen durch Globalisierung oder Einschränkungen der Religionsfreiheit?

Pfarrgemeinden als Orte der Neuevangelisierung

Als vorrangigen Ort für die Neuevangelisierung bezeichneten viele Synodalen die Pfarrgemeinden und die in ihnen aktiven kleinen Gemeinschaften. Die neuen geistlichen Bewegungen wurden in der Synodenaula nur selten eigens erwähnt. Die Aktivitäten der Pfarreien müssten besser gefördert und koordiniert werden. Als Akteure für die Glaubensvermittlung wurden die Familien genannt. Deren Position gelte es zu stärken, auch wenn durch die hohe Zahl von Mischehen oder Paaren in Schwierigkeiten diese Einflussmöglichkeit nicht überbewertet werden sollte. Auch die grundlegende Rolle der Frau im Leben der Kirche und auch für die Weitergabe des Glaubens soll in den nächsten Tagen weiterbedacht werden. Besondere Träger der Neuevangelisierung seien die Priester, in deren Ausbildung der "missionarische Imperativ" gefördert werden müsse, wie der US-amerikanische Synodenrelator Kardinal Donald Wuerl in seiner Zwischenbilanz betonte. Aber auch die Laien seien unverzichtbar für die Neuevangelisierung.

Die Erfahrungen und Fragen waren vielfältig, die die Synodalen einbrachten. Sie sprachen über die Folgen der der weltweiten Migrationsbewegung, über deren Probleme und Chancen. Einige Synodale empfahlen, die Volksfrömmigkeit und das Wallfahrtswesen als Mittel zur Neuevangelisierung zu fördern. Nicht nur Bischöfe aus Lateinamerika nannten den Einsatz für die Armen und das Engagement für Frieden und Gerechtigkeit als Weg, Kirche und Christentum glaubwürdig zu bezeugen. Andere forderten Programme für eine "einfache, vollständige und inspirierende" Katechese.

Blick auf das islamisch-christliche Verhältnis

Häufig kam in der Aula der interreligiöse Dialog zur Sprache, insbesondere das Verhältnis zum Islam. Etliche Bischöfe aus Nahost oder Afrika ließen erkennen, unter welchen Problemen ihre Kirche von einem Vordringen des Islam betroffen sein. Die Synode habe das herausragende Erlebnis einer vitalen Kirche vermittelt, betonte der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Anders als bei den meisten früheren Synoden geht es diesmal nicht um ein konkretes Sachobjekt (etwa Eucharistie oder Bibel), und auch nicht um eine bestimmte Gruppe (Laien, Priester, Bischöfe), sondern um ein Programm - um die Neuevangelisierung. Das führte in der ersten Runde nicht nur zu einem breiten Themenfächer, sondern machte die Wortmeldungen und Empfehlungen auch allgemeiner und unverbindlicher. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn etwa kritisierte, die Synode sei zu wenig von persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer geprägt. Es gehe mehr um Vorschläge, was "man" oder was "die Kirche" tun sollte. Aufgabe der Sprachgruppen wird es nun sein, die Statements und Vorschläge konkreter zu fassen.

Von Johannes Schidelko

Näheres zum Thema

Weitere Informationen zur Weltbischofssynode erhalten Sie in unserem umfangreichen Dossier.

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