Statistik

Heilige Namenstrends

Die beliebtesten Vornamen und ihre heiligen Vorbilder

Bonn - 01.04.2016

Das ist ja schön: In der Hitliste der am häufigsten vergebenen Vornamen in Deutschland haben fast alle Namen einen christlichen oder biblischen Hintergrund. Am Freitag gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden die jeweils zehn beliebtesten Vornamen und Zweitnamen für 2015 bekannt. Katholisch.de hat die berühmten Namenspatrone und den jeweiligen Namenstag zu diesen Top-Ten-Listen zusammengestellt.

Mädchennamen

Sophie/Sofie: Sophie Barat (1779-1865) war die Tochter eines Weinbauern in Burgund. Um ihren Bruder, der Pfarrer war, bei seinen Bemühungen um die durch die Französische Revolution völlig verwahrloste Jugend zu unterstützen gründete sie den Orden "Vom Heiligsten Herzen Jesu" (Dames du Sacré Coeur). Die Schwestern errichteten Pensionate, Internate für Mädchen aus allen sozialen Schichten und bildeten Lehrerinnen aus. Der "Sacré-Coeur"- Orden war einer der ersten, dessen Schwestern normale weltliche Kleidung tragen durften. Nach 62 Jahren Amtszeit als Generaloberin starb Sophie im Alter von 85 Jahren in Paris. Namenstag: 24. Mai

Marie: Wer Maria heißt, kann sich natürlich auf die heilige Jungfrau Maria, die Mutter von Jesus, berufen. Oder auf Karmelitin Marie Dufour (1743-1794), die mit Ordensnamen Sr. Sainte Marthe hieß. Sie war eine der 16 Märtyrerinnen von Compiègne, die während der Französischen Revolution aus ihrem Kloster in vertrieben und kurze Zeit später enthauptet wurden. Deren Geschichte kann man in der Novelle "Die Letzte am Schafott" von Gertrud von le Fort nachlesen. Namenstag: 17. Juli

Sophia/Sofia: Die heilige Sophia von Rom ist eine frühchristliche Märtyrerin. Die junge römische Frau bekannte sich zum Christentum und erlitt dafür während der diokletianischen Christenverfolgung um 304 das Martyrium. Ihre Heiligengeschichte wird oft mit Sophia von Mailand (Namenstag 1. August) vermischt, die im zweiten Jahrhundert mit ihren drei Töchtern wegen ihres Glaubens getötet wurde. Sophia von Rom wird gegen Spätfröste und für das Gedeihen der Feldfrüchte angerufen, da man sie zu den Eisheiligen zählt ("kalte Sophie"). Namenstag: 15. Mai

Kleines Mädchen mit Zöpfchen spielt mit Lego im Kindergarten
Sophie, Marie oder Emma?  Serhiy Kobyakov/Fotolia.com

Maria: Marilyn, Maja und Marita sind nur einige von vielen Namen, die eigentlich Maria bedeuten. Das katholische Fest "Maria Namen" ist nicht nur Namenstag für alle, die Maria heißen, sondern auch für die zahlreichen von Maria abgeleiteten Namensformen. "Mariä Namen" hängt eng mit der österreichischen Geschichte zusammen. Papst Innozenz XI. führte das Fest zum Dank für die Befreiung Wiens von den Türken für die gesamte katholische Kirche ein. Namenstag: 12. September

Mia: Auch Mia ist eine Kurzform von Maria und kann sich ihren Namenstag unter vielen auswählen. Neben dem Fest Maria Namen am 12. September zum Beispiel am 11. Februar, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes. 1858 erschien an diesem Tag der 14-jährigen Bernadette zum ersten Mal in der Grotte von Massabielle "eine schöne Dame". Während einer der 18 Erscheinungen entsprang auf Geheiß der "Dame" in der Grotte eine Quelle, an der sich bald wunderbare Heilungen ereigneten. Bis heute ist Lourdes einer der bekanntesten Marienwallfahrtsorte. Namenstag: 11. Februar

Emma: Emma Üffing (1914-1955) war ein unscheinbares Mädchen aus Westfalen. Mit knapp 20 Jahren trat sie in den Orden der Barmherzigen Schwestern in Münster ein. Sie erwarb unermessliche Verdienste während des Zweiten Weltkrieges, als sie sich aufopferungsvoll, trotz schwerster Anfeindungen, Behinderungen und Drohungen, um kranke Kriegsgefangene aus allen Nationen, besonders um Russen, kümmerte. Bald nannte man Schwester Euthymia den "Engel der Liebe". Namenstag: 9.September

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Was bedeutet Taufe? Die Zeichentrickserie "Katholisch für Anfänger" erklärt auf einfache und humorvolle Art zentrale Begriffe aus Kirche und Christentum.  Mediaplus X und Bernward Medien

Hannah/Hanna: Simeon und Hannah (Anna) von Jerusalem sind zwei biblische Personen aus dem Lukasevangelium. Sie waren alte Propheten, die am Ende ihres Lebens standen, als sie Jesus begegneten: Sie waren bei der Darstellung des Jesuskindes im Tempel (Mariä Lichtmess) anwesend. Simeon nahm das Kind in seine Arme und sprach das Dankgebet: Den Eltern prophezeite er, dass dieses Kind eines Tages der Menschheit das Heil bringen werde, seiner Mutter aber werde ein Schwert das Herz durchbohren. Auch Hannah dankte Gott für die große Gnade, die er ihr hatte zuteil werden lassen, und sie pries den Herrn. – Simeon und Hannah sind Patrone für Kindersegen. Namenstag: 2. Februar (früher 8. Oktober)

Emilia: Emilia Julie Schneider wurde 1820 in Haaren am Niederrhein geboren und trat 1845 in die Kongregation der "Töchter vom Heiligen Kreuz" ein, denn sie wollte Kranken und Sterbenden beistehen. Zur Oberin des Düsseldorfer Pflegehauses berufen, konnte sie die schwierigsten Probleme mit fast übermenschlicher Kraft bewältigen. Die seelische Stärke dazu wurde ihr durch das Gebet gegeben. Ihr Hospital wurde bald als das beste weit und breit gerühmt. Die gütige Ordensschwester starb bereits mit 39 Jahren 1859 in Düsseldorf. Namenstag: 21. März

Anna: Anna war nach katholischer Tradition die Mutter Mariens und wurde schon von Anfang an als Ideal und Vorbild der christlichen Mütter angesehen. Daher wird sie auch als Patronin der Ehefrauen und Witwen verehrt. Ursprünglich soll sie Dinah geheißen haben und erst nach der Geburt Mariens "Anna" (Hannah), das heißt "die (von Gott) Begnadete" genannt worden sein. Im ausgehenden Mittelalter wurden im Zusammenhang mit der wachsenden Marienverehrung auch der heiligen Anna zahlreiche Kirchen und Kapellen geweiht. Namenstag: 26. Juli

Johanna: Die wohl bekannteste heilige Johanna ist Jeanne d'Arc (1412-1431), die "Jungfrau von Orléans". Sie ist die französische Nationalheilige. Die sehr religiös erzogene Bauerntochter aus Domrémy in Lothringen fühlte sich durch überirdische Stimmen berufen, dem König im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich zu Hilfe zu kommen und die Heimat vor den fremden Eroberern zu retten. Ihre Lebensgeschichte klingt wie ein Märchen, beruht aber auf vielfach bestätigten, historischen Tatsachen. Die Feldherrin wurde verraten und am 30. Mai 1431 in Rouen nach monatelanger Kerkerhaft und dauernden Verhören als "Ketzerin und Zauberin" auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 24 Jahre später wurde das Urteil aufgehoben; 1920 wurde sie heilig gesprochen. Namenstag: 30. Mai

Linktipp: Die beliebtesten Vornamen 2015

Die Hitliste der am häufigsten vergebenen Vornamen in Deutschland führten 2015 weiter Maximilian und Sophie/Sofie an. 650 Standesämter haben der Gesellschaft für deutsche Sprache für ihr Ranking rund 940.000 Einzelnamen geliefert. Sehen Sie sich hier die Statistik an.

Zur Internetseite der GfdS

Jungennnamen

Maximilian: Maximilian Kolbe (1894-1941) war ein polnischer Priester aus armen Verhältnissen, der wegen seiner auffallenden Begabung am Gregorianum in Rom studieren durfte. Während der deutschen Besatzung wandte er sich entschieden gegen den Nationalsozialismus. 1940 kam er ins KZ Auschwitz. Als im Juni 1941 ein Gefangener seines Blocks geflohen war, wurden zehn Häftlinge als "Vergeltung" zum Tod durch Verhungern verurteilt. Pater Kolbe trat freiwillig an die Stelle eines jungen Familienvaters. Als er nach zwei Wochen noch nicht erhungert war, wurde er durch eine Giftspritze umgebracht. Namenstag: 14. August

Alexander: Alexander Sauli trat mit 17 Jahren (1551) in den Barnabitenorden ein und wurde bereits Im Alter von 23 Jahren Liturgieprofessor in Pavia (Lombardei). Von weither strömten die Menschen zu seinen Predigten und Vorlesungen und waren von der Ausstrahlungskraft des jugendlichen Priesters überwältigt. Mit 34 Jahren wurde er zum Bischof von Aleria auf Korsika ernannt und brachte die heruntergekommene Diözese zum Erfolg. Im Volk hieß er bald "Schutzengel und Apostel Korsikas". Namenstag: 11. Oktober

Elias: Elias, auch Elija genannt, war der größte Prophet des Alten Testaments. Er wurde um 912 v. Chr. im Ostjordanland geboren. Elija kämpfte energisch für den Glauben an einen Gott und wies mit Bestimmtheit darauf hin, dass sein Gott Jahwe ein Gott der Liebe und des Verzeihens sei. Er soll nach dem zweiten Busch der Könige in einem feurigen Wagen in den Himmel gefahren sein. Deshalb ernannte man ihn zum Patron der Luftfahrt und zum Schutzheiligen gegen Gewitter. Namenstag: 20. Juli

Zwei Jungen und ein Mädchen im Grundschulalter
Jungen und Mädchen im Kindergottesdienst.  KNA

Paul: Der spätere "Völkerapostel" Paulus hieß ursprünglich Saulus und stammte aus einer strenggläubigen, jüdischen Familie. Er war ein Gesetzesfanatiker und ein Todfeind des Christentums. Im Jahre 35 wurde er nach Damaskus gesandt, um dort schonungslos gegen die Christen vorzugehen. Vor dem Stadttor hatte er eine Vision: Jesus Christus erschien ihm als Lichtgestalt und fragte: "Saulus, warum verfolgst du mich?". Von da an änderte sich sein Leben vollkommen. Er ließ sich taufen und predigte in den Synagogen und bei den Nichtjudenvon Jesus Christus, dem Messias. Paulus bereiste den Mittelmeerraum und soll um das Jahr 64 in Rom den Märtyrertod erlitten haben. Namenstag: 25. Januar

Leon: Leonidas oder Leonides, war Märtyrer in Alexandria (Ägypten) während der Christenverfolgung unter Kaiser Septimius Severus. Der Überlieferung nach war er der Vater des berühmten Kirchenschriftstellers Origines. Seine Gemahlin blieb mit sechs unversorgten Kindern in großer Armut zurück. Namenstag: 22. April

Luis/Louis: Der Name kann für Ludwig stehen, aber auch für Aloisius (Luigi) von Gonzaga, den "Märtyrer der Nächstenliebe", der aus dem italienischen Hochadel entstammte. Der Vater wollte aus dem Sohn einen Krieger machen, die Mutter aber erzog ihn nach religiösen Grundwerten. Mit 10 Jahren kam der Knabe als Page an den Hof von Florenz. Stark beeindruckt von der Persönlichkeit des Kardinals Karl Borromäus trat er – gegen den Willen des enttäuschten Vaters – in den Jesuitenorden ein. Der völlig selbstlose junge Mann pflegte Schwerkranke und Sterbende und konnte ihnen immer Trost spenden. Er starb während einer Pestepidemie am 21. Juni 1591 mit 22 Jahren. Aloisius ist der Patron von jungen Studenten. Namenstag: 21. Juni

Ben: Der Name leitet sich von Benjamin ab. Er war laut der biblischen Erzählung der jüngste Sohn von Jakob und Rachel und der Bruder von Joseph. Dieser war von seinen Halbbrüdern nach Ägypten verkauft und dem Vater als tot präsentiert worden – so wurde Benjamin zum liebsten Sohn Jakobs. Nach Jahren des Zorns trafen sich alle Geschwister durch Zufall in Ägypten wieder, wo Joseph inzwischen oberster Verwalter des Pharaos war. Er gab sich zunächst nicht zu erkennen, tat so, als wolle er Benjamin als Sklave haben und jubelte ihm einen gestohlenen Becher unter. Als sich Juda für seinen jüngsten Halbbruder einsetzt, ist Joseph gerührt und die Familie versöhnt sich wieder; Benjamin bekommt die meisten Geschenke. Er hat zehn Söhne und ist der Begründer des Stammes Benjamin. Namenstag: 19. Dezember

Namenstagskalender

Auf katholisch.de gibt es einen Namenstagskalender. Dieser Kalender bietet allen die Möglichkeit, etwas über ihren Namen und die dazugehörigen Heiligen oder Seligen zu erfahren. Hier finden sich Geschichten zu mehr als 1.800 Glaubensvorbildern.

Zum Portal namenstage.katholisch.de

Luca/Luka: Luca ist die italienische Übersetzung des Namens Lukas. Dieser war der Verfasser des dritten Evangeliums. Der Arzt war lange Zeit Heide, schloss sich aber irgendwann dem "Völkerapostel" Paulus an, den er als treuer Gefährte 17 Jahre lang auf seinen Missionsreisen begleitete. Nachdem Paulus in Rom enthauptet worden war, wirkte Lukas in Griechenland als Glaubensverkünder. Hier verfasste er das Evangelium und die Apostelgeschichte. Im hohen Alter von 84 Jahren starb der Evangelist – für Glaubensverkünder eine Seltenheit – eines friedlichen Todes. Namenstag: 18. Oktober

Noah: Noah ist der Held der biblischen Sintflut-Erzählung. Gott wollte die Menschen wegen ihrer Sittenverderbnis durch eine 40 Tage andauernde, große Flut vernichten. Nur Noah fand wegen seiner Gerechtigkeit Gnade vor den Augen Gottes. Er erhielt den Auftrag, eine Arche zu bauen, in der er mit seiner Familie und Tierpaaren aller Arten die Katastrophe überlebte. - Der Regenbogen, der am Schluss der großen Flut erschien, sollte das Symbol sein für die Verbindung zwischen Gott und Noah, dem gerechten Menschen. Namenstag: 28. November

Jonas: Jona oder Jonas wirkte als Prophet im Nordreich Israel; eine Schrift im Alten Testament trägt seinen Namen. Er wurde von Gott beauftragt, im sündigen Ninive Buße zu predigen; hatte aber davor Angst. Das Schiff, auf dem er fliehen wollte, geriet aber in Seenot und die Seeleute, die vermuteten, dass der Fremde für das Unwetter verantwortlich sei, warfen ihn ins Meer. Dort verschluckte ein Walfisch Jonas, spie ihn aber nach drei Tagen wieder aus. Daraufhin ging der Prophet gehorsam und reuevoll nach Ninive und prophezeite der Stadt die Vernichtung, wenn ihre Bewohner sich nicht ändern sollten. Die Menschen waren so erschüttert, dass sie in Sack und Asche Buße taten. Jonas aber war empört, dass Gott den Sündern so schnell vergeben hatte. Doch der Herr legte ihm dar, dass er allen reuigen Sündern, die Buße taten und gute Vorsätze fassten, Verzeihung gewähre. Namenstag: 21. September

Von Janina Mogendorf, Sophia Michalzik und Agathe Lukassek

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