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Centrum Informationis Catholicum

Eigentlich war das Centrum Informationis Catholicum (CIC) nur für die Dauer des Konzils geplant. Als Johannes XXIII. 1959 das epochale Ereignis ankündigte, taten sich die katholischen Nachrichten-Agenturen des deutschen Sprachraums zusammen. Die deutsche KNA, die österreichische Kathpress, die Schweizer KIPA und das niederländische KNP gründeten in Rom – für drei, vier Jahre – ein gemeinsames Korrespondenten-Büro. Kurz vor Konzilsbeginn 1962 nahm Büroleiter Luitpold A. Dorn in Räumen nahe dem Petersdom die Arbeit auf.

Kirche und Medien | Kevelaer - 06.01.2015

Eigentlich war das Centrum Informationis Catholicum (CIC) nur für die Dauer des Konzils geplant. Als Johannes XXIII. 1959 das epochale Ereignis ankündigte, taten sich die katholischen Nachrichten-Agenturen des deutschen Sprachraums zusammen. Die deutsche KNA, die österreichische Kathpress, die Schweizer KIPA und das niederländische KNP gründeten in Rom – für drei, vier Jahre – ein gemeinsames Korrespondenten-Büro. Kurz vor Konzilsbeginn 1962 nahm Büroleiter Luitpold A. Dorn in Räumen nahe dem Petersdom die Arbeit auf.

Aber das CIC wurde zu einer Dauereinrichtung. Auch nach dem Konzil gab es genügend Interessantes über den Papst, die alten und neuen Kurienbehörden und über die Auf- und Umbrüche der Weltkirche zu berichten.

Zu einem der gefragtesten Korrespondentenplätze wurde Rom 1978 mit der Wahl des Polen Karol Wojtyla zum Papst. Durch seine Reisen in alle Welt, durch spektakuläre Gesten wie das interreligiöse Friedenstreffen, durch seine Vermittlungen in Konfliktregionen und als geschickter Mediator faszinierte Johannes Paul II. die Massen. Er wurde zum geistigen Gegenspieler der Kommunisten in seiner polnischen Heimat – und hatte maßgeblichen Anteil am Ende des Eisernen Vorhangs. In dieser Phase wurde das römische CIC-Büro personell aufgestockt und – wie das vatikanische Presseamt – technisch aufgerüstet.

In den 90er-Jahren wurde es am Vatikan etwas ruhiger, der Papst kränkelte häufiger. Aber mit dem Heiligen Jahr 2000 und vor allem während des Leidens und Sterbens und beim Todeskampf des Pontifex richteten sich die Blicke der Welt wieder auf Rom. Die Totenmesse Anfang April 2005 versammelte Millionen und das Konklave wurde zu einem Mega-Ereignis für die Medien.

Mit dem "deutschen" Papst Benedikt XVI. stiegen die Anforderungen an das CIC sprunghaft an. Zuverlässige Nachrichten über den Papst und die Kurie waren gefragter denn je – gerade in dem Geflecht von Gerüchten und Spekulationen. Das galt erst recht seit den Kontroversen um Regensburger Rede, Karfreitagsfürbitte, Piusbrüder und Missbrauchsskandale. Die zeitweise auf zwei Redakteure reduzierte CIC-Besetzung wurde wieder aufgestockt.

Der Vatikan nutzt heute modernste Übermittlungstechnik, das Vatikanfernsehen CTV bietet HD-Qualität an, bei Radio Vatikan hat der Internet-Auftritt die Kurzwellen-Übertragung längst an Bedeutung überholt. Die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Heiligen Stuhls dagegen hinkt säkularen Standards weiterhin hinterher. Die Kurie ist längst noch nicht das "Glashaus", wie Johannes Paul II. forderte. Die offiziellen Verlautbarungen des Presseamtes sind in der Regel meist allzu knapp, es fehlen Einordnung und Hintergrund. So sind für Vatikanisten Fach- und Hintergrundwissen weiterhin unverzichtbar – und vor allem Kontakte: zu Kardinälen, Bischöfen und Kurienprälaten, zu Ordenszentralen, Päpstlichen Universitäten und Botschaften. Denn nicht alles, was der Vatikan nicht verlautbart, ist geheim.

Von Johannes Schidelko, Leiter des Centrum Informationis Catholicum, Rom

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