Film-Dienst

Das Kino ist einem permanenten Wandel unterworfen: Ein Kinofilm spielt sich längst nicht mehr nur als Gemeinschaftserlebnis in einem öffentlichen Raum ab, er wird vielfach nach neuesten technischen Möglichkeiten verwertet und rezipiert – neben dem Kino auch im Fernsehen, auf DVD und Blu-ray, im Internet als Videostream oder auch als App auf dem Smartphone.

Kirche und Medien | Kevelaer - 06.01.2015

Das Kino ist einem permanenten Wandel unterworfen: Ein Kinofilm spielt sich längst nicht mehr nur als Gemeinschaftserlebnis in einem öffentlichen Raum ab, er wird vielfach nach neuesten technischen Möglichkeiten verwertet und rezipiert – neben dem Kino auch im Fernsehen, auf DVD und Blu-ray, im Internet als Videostream oder auch als App auf dem Smartphone.

Eines ist bei alldem als Erkenntnis geblieben: Es kann nie genug kritische Diskussionen über das Kino und den Kinofilm geben, denn nur so wird deutlich, dass Film mehr ist als nur ein Geschäftsmodell, nämlich ein Medium der Existenzerkundung und als solches auch Gegenstand der Kulturpolitik. "Auch scheint nur so das Wissen darüber zu wachsen, dass alle Bildformen, die man heute benutzt, im Kino ihren Ursprung haben, die Vergangenheit also ein in jeder Hinsicht zu achtender Teil der Gegenwart ist."(1)

Der FILM-DIENST erscheint nunmehr kontinuierlich seit 65 Jahren und ist die einzige Publikation, die vollständig alle neuen Filme in den deutschen Kinos rezensiert.

Horst Peter Koll

Im Oktober 1947 erschien zum ersten Mal der "Filmdienst der Jugend", der von Studenten aus der katholischen Jugendarbeit herausgegeben wurde. 1949 entstand die Katholische Filmkommission für Deutschland, die für die Filmbewertung der katholischen Kirche zuständig war. Die Kommission übernahm den "Filmdienst der Jugend" und benannte die Zeitschrift 1949 in "film-dienst" (heute FILM-DIENST) um; sie ist damit die älteste Zeitschrift für Filmkritik in Deutschland. "Die Legitimation der kirchlichen Filmpublizistik nach dem Krieg ergab sich aus den Empfehlungen des Papstes Pius XI., die er in seiner Enzyklika ‚Vigilanti cura‘ 1936 veröffentlicht hatte, die aber wegen der Beschränkungen kirchlicher Filmarbeit in der NS-Zeit nicht durchzusetzen gewesen waren."(2)

Der FILM-DIENST erscheint nunmehr kontinuierlich seit 65 Jahren und ist die einzige Publikation, die vollständig alle neuen Filme in den deutschen Kinos rezensiert. Darüber hinaus wird in Artikeln, Porträts, Kommentaren sowie zahlreichen Rubriken und Meldungen ein umfassender Überblick über das deutsche wie auch das internationale Filmgeschehen vermittelt. Annähernd 40.000 Kinofilme wurden in dieser Zeit ausführlich rezensiert – sie wurden und werden nicht nur von der unmittelbaren Leserschaft wahrgenommen, sondern auch in anderen Medien vielfach weitergegeben und zitiert: Sie sind quasi ein anerkanntes "Qualitätssiegel".

Sie gründet auf den kirchlichen Mediendokumenten, die allgemeine Maßstäbe für die Bewertung wie Menschendienlichkeit, Wahrhaftigkeit, Authentizität vorgeben. Aus allen Dokumenten lässt sich dabei nie automatisch eine bestimmte Bewertung für einen konkreten Film ableiten; stets geht es darum, Filme möglichst sachkompetent zu bewerten, wobei ebenso religiöse wie sittliche wie auch künstlerische Kriterien zugrunde gelegt werden – und zwar in dem Maße, wie es das jeweilige Filmsujet erfordert!

Horst Peter Koll

Der Kinofilm als ungebrochen herausragendes Kulturgut spiegelt sich im FILM-DIENST wider – und ebenso in seinem publizistischen Anliegen, kulturelle Vielfalt, ethische und ästhetische Qualität sowie geschichtliche Geistesgegenwart im Film wahrzunehmen, zu stärken und zu vermitteln. "Als Institution, die die internationale Filmproduktion seit 1947 systematisch bilanziert und beobachtet, ist der FILM-DIENST beispiellos", schrieb der Verlag Zweitausendeins.

Kontinuität und Innovation sind Merkmale, die den FILM-DIENST seit jeher kennzeichnen. Die Kontinuität liegt dabei vor allem auch in der Beibehaltung seiner Konzeption und Aufgabenstellung: Seine Aufgabe bestand stets darin, das Medium Film in all seinen Erscheinungsformen journalistisch zu begleiten und zugleich eine von christlicher Wertehaltung geprägte Orientierungshilfe zu geben.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat mit der Katholischen Filmkommission für Deutschland ein eigenes Gremium berufen, das als Herausgeber des FILM-DIENST fungiert. In ihr sind 30 Fachleute aus verschiedenen Bereichen vertreten, von Priestern, Theologen über Medienstellenleitern bis zu katholischen Medienexperten in säkularen Medien. Hier gibt es einen ständigen Austausch über die Bewertung von Filmen und die Grundlagen der Arbeit.

Sie gründet auf den kirchlichen Mediendokumenten, die allgemeine Maßstäbe für die Bewertung wie Menschendienlichkeit, Wahrhaftigkeit, Authentizität vorgeben. Aus allen Dokumenten lässt sich dabei nie automatisch eine bestimmte Bewertung für einen konkreten Film ableiten; stets geht es darum, Filme möglichst sachkompetent zu bewerten, wobei ebenso religiöse wie sittliche wie auch künstlerische Kriterien zugrunde gelegt werden – und zwar in dem Maße, wie es das jeweilige Filmsujet erfordert!

Damit sind die Filmrezensionen im FILM-DIENST stets Einladungen zur Auseinandersetzung und zum Diskurs, möglicherweise auch eine Hilfe zur Sensibilisierung der eigenen Rezeptionshaltung.

(1) Girke, Michael: In FILM-DIENST 1/2012

(2) Hasenberg, Peter: „Katholische Filmarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg“. Online-Publikation der Medienzentrale des Erzbistums Köln: www.medienzentrale-koeln.de/wochenschau/download/nachrichtenfilm_artikel_hasenberg. pdf

Link

www.film-dienst.de

Von Horst Peter Koll, Chefredakteur FILM-DIENST, Bonn

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