Anton Zeilinger: "Es gibt Grenzen naturwissenschaftlicher Erklärbarkeit" - katholisch.de
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Anton Zeilinger: "Es gibt Grenzen naturwissenschaftlicher Erklärbarkeit"

Naturwissenschaft und Religion - ein Scheinkonflikt

Ein Konflikt zwischen Naturwissenschaft und Religion – kommt es dazu nur und erst dann, wenn eine der beiden Seiten ihre jeweilige Kompetenz überschreitet? Oder wenn die religiöse Position Gott sozusagen als Lückenbüßer einsetzt, ihn also bei solchen Fällen zur Erklärung beansprucht, bei denen es sich lediglich um ein Noch-Nicht-Wissen handelt, so lange bis der naturwissenschaftliche Fortschritt doch noch zu einer Erklärung führt?

Für Naturwissenschaftler stellt sich die Frage, ob der naturwissenschaftlichen Erklärbarkeit grundsätzliche Grenzen gesetzt sind. Dies sei, so eine explizite und häufige Argumentationslinie, zumindest in drei Punkten der Fall:

• beim Ursprung der Naturgesetze und Naturkonstanten
• bei den Anfangsbedingungen des Universums
• bei der vollständigen Ursachenbeschreibung eines Einzelereignisses.

Wenn die naturwissenschaftliche Erklärbarkeit aber grundsätzlich an Grenzen stößt, kann daraus ein göttliches Wirken abgeleitet werden? Die Beantwortung dieser Frage liegt jedoch außerhalb jeder wissenschaftlichen Methode; sie bleibt stets eine persönliche Entscheidung.

Der Quantenphysiker Anton Zeilinger wurde besonders durch seine medienwirksamen Experimente zur Quantenteleportation in Innsbruck und Wien bekannt. Er befasste sich anfangs mit Neutronen-Interferometrie am Institut Laue-Langevin, bei Clifford Shull am MIT und in München. 1989 schlug er mit Daniel Greenberger, Michael Horne und Abner Shimony das GHZ-Experiment vor zum Ausschließen von Theorien mit verborgenen Variablen. 1999 gelang Zeilinger mit seiner Gruppe die experimentelle Demonstration. Bereits 1997 erreichte er mit seiner Arbeitsgruppe die erstmalige Demonstration der Quantenteleportation des Zustandes eines unabhängigen Photons. In den 2000er Jahren wandte er sich verstärkt der Quanteninformationstheorie zu. Er dehnte seine Experimente auch auf die Atomoptik aus und demonstrierte quantenmechanische Interferenzeffekte an großen Molekülen wie Buckyballs. Außerdem gelang ihm der erste Nachweis der Kühlung eines nanomechanischen Systems ohne Rückkopplung. 2012 stellte er einen Rekord bezüglich der Verschränkung bei hohen Quantenzahlen auf: Er wies die Verschränkung eines Drehimpulses von bis zu 300 h experimentell nach.

Alexander Seibold

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