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Aschermittwoch der Künstler am 10.02.2016

Gottesdienst aus dem Münchner Liebfrauendom

"Gedenke, Mensch, dass du Staub bist, und zu Staub zurückkehren wirst." Mit diesen Worten zeichnet Kardinal Reinhard Marx vielen Künstlerinnen und Künstlern das Aschenkreuz auf die Stirn. Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit, aber auch daran, dass es wichtig ist, sich zu Lebzeiten auf das Wesentliche im Leben zu besinnen.

16 große Kreuze aus Stahlträgern sind im Münchner Liebfrauendom aufgestellt. Eine Installation des griechischen Künstlers Jannis Kounellis. Kounellis gilt als einer der Mitbegründer der italienischen Arte-Povera-Bewegung. Ihre Ursprünge gehen zurück auf die 1960er Jahre. Damals reagierte eine Gruppe italienischer Künstler bei einer Gemeinschaftsausstellung in Genua auf die fortschreitende Technisierung. Statt Glanz und Chrom verwendeten sie alltägliche Materialien wie Steine und Stoff. „Reduktion“ ist jetzt auch das Thema der Installation am Aschermittwoch.

Die Besinnung auf das Wesentliche drückt sich auch in der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes aus. Die Capella Cathedralis unter der Leitung von Domkapellmeisterin Lucia Hilz unterstützt mit Musik für Orgel und Chor aus der „Berliner Messe“ und „De Profundis“ von Arvo Pärt den Gedanken von Einfachheit und Konzentration.

Der Aschermittwoch der Künstler geht auf eine Anregung des katholischen Schriftstellers Paul Claudel zurück, der nach dem 2. Weltkrieg verschiedene Künstler in Paris zum Gedankenaustausch einlud. Der Kölner Kardinal Frings schloss sich der Idee an. Seither treffen sich am Aschermittwoch in vielen europäischen Städten Bischöfe, Seelsorger, Gläubige und Künstler. Gemeinsam beginnen sie die Zeit der Besinnung und Buße.

BR

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