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Krankenhaus Nr. 8 - Ein Abend vom Heilen und Töten

Szenische Lesungen, die sich literarisch, musikalisch und in einer eindringlichen Performance der Erblehre und Eugenik während der Herrschaft der Nationalsozialisten nähern. Am Montag, 27. November, und Dienstag, 28. November, jeweils um 20:00 Uhr, wurden sie im Hörsaal der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an der Frankfurter Universitätsklinik, dem Originalhörsaal aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, aufgeführt.

Texte verschiedener Schriftsteller-Ärzte, Interviewzitate von KZ-Opfern und -Ärzten, Lieder und Songs zwischen Romantik und Punk, Geschichten von Doc Holliday bis Dr. M sind zu einer Collage verwoben, die die NS-Rassenlehre in all ihrer Grausamkeit darstellt. Die Texte nehmen auch Bezug auf den Arzt Josef Mengele, der 1937 eine Assistentenstelle am Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene in Frankfurt angenommen hatte und von 1943 bis 1945 als Lagerarzt im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz eingesetzt war. Dort überwachte er die Vergasung der Opfer und führte menschenverachtende medizinische Experimente an Häftlingen durch.

Gestaltet wird der Abend von der Schauspielerin und Sängerin Franziska Junge, die von 2009 bis 2017 Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt war, und den Performance-Künstlern Bo Wiget und Dirk Thiele. Regie führt Jo-Anna Hamann. Maria Frastanli, Sung-A Kim und Puyan Saheb Djavaher sind für die Ausstattung verantwortlich, Bibi Abel für die Videoinstallation.

Timo Michael Keßler

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