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»Liberale Moschee« in der Debatte

250 Personen kamen am Donnerstagabend, 22. Februar 2018 zu einem Diskussionsabend zur Idee der „Liberalen Moschee“ in die Katholische Akademie Freiburg. Schon im Vorfeld war das mediale Interesse an dem Thema sehr groß, insofern die Berliner Gründung im Jahr 2017 auf ein weltweites negatives Echo unter islamischen Religionsgelehrten gestoßen war. Zugleich hatte der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi die Gründung einer liberalen Moschee auch in Freiburg betrieben. Neben dem bewährten Akademiepublikum waren viele Muslimas und Muslime, insbesondere auch Vertreter der islamischen Moscheegemeinden, unter den Gästen. Das Ziel des Abends bestand darin, „die Frage auszuleuchten, welche gesellschaftlichen Auswirkungen eine solche innerislamische und innertheologische Debatte einerseits in der muslimischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland und andererseits in der nichtmuslimischen Gesellschaft zeitigt“, so Akademiedirektor Dr. Karsten Kreutzer in seiner Begrüßung

Die Debatte zwischen Abdel-Hakim Ourghi und Mimoun Azizi, Mitbegründer der liberalen Moschee in Berlin, der sich von dem Projekt inzwischen deutlich distanziert hat, einerseits und den beiden Diskutanten und den muslimischen Verbandsvertretern im Auditorium andererseits verlief engagiert, zum Teil auch sehr emotional. Kultur- und Integrationsbürgermeister Ulrich von Kirchbach brachte die Perspektive der Stadt Freiburg ein und schaltete sich mehrfach vermittelnd und beruhigend in die Diskussion ein. Von daher kann als ein wichtiges Ergebnis des Abends gelten, dass nicht übereinander, sondern miteinander geredet und gestritten wurde: Muslime unterschiedlicher Herkunft und religiöser Ausrichtung, konservative und liberale, trugen ihre Argumente vor und gegenüber einem breiten nicht-muslimischen Auditorium vor. In Freiburg war es das erste Mal, dass ein solch religionspolitisch hochaufgeladenes Thema wie die liberale Moschee, das auch unmittelbare Auswirkungen in die Stadtgesellschaft hat, milieu- und religionsübergreifend in der Öffentlichkeit debattiert wurde.

Julia Söhne, Katholische Akademie Freiburg

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