7.000 Menschen nahmen am "Marsch für das Leben" 2015 in Berlin teil.
Bild: © KNA
Am "Marsch für das Leben" 2015 nahmen auch vier katholische Bischöfe teil

7.000 Demonstranten für das Leben

Tausende haben am Samstag in Berlin beim elften "Marsch für das Leben" gegen Abtreibungen und Suizidbeihilfe und für den Schutz des Lebensrechts demonstriert. Unter den Teilnehmern war auch der Bischof von Regensburg Rudolf Voderholzer.

Berlin - 19.09.2015

Auf Transparenten traten die Teilnehmer "für das Lebensrecht jedes Menschen, unabhängig von Lebensstadium, Gesundheit, Eigenschaften und Umständen" ein. Sie verurteilten "Abtreibung und Euthanasie" sowie "die Selektion von Kindern mit Behinderung und Beihilfe zum Suizid". Veranstalter war der "Bundesverband Lebensrecht" (BVL). Darin sind 13 Lebensschutzorganisationen zusammengeschlossen.

Grüße vom neuen Erzbischof

Beim Auftakt vor dem Bundeskanzleramt überbrachte Weihbischof Heinrich Grüße vom neuen Berliner Erzbischof Heiner Koch, der am selben Tag sein Amt antrat. Beim Einführungsgottesdienst habe auch Koch das unbedingte Lebensrecht jedes Menschen verteidigt, sagte Heinrich. Der Weihbischof betonte zugleich, der Einsatz für das Leben sei nicht teilbar. Er müsse auch den Menschen gelten, "die verfolgt werden und hier Hilfe suchen", erklärte er unter dem Applaus der Zuhörer.

Der Salzburger Weihbischof Laun hob hervor, die "Märsche für das Leben" seien eine internationale Bewegung. Deren Anliegen werde auch von vielen Muslimen geteilt. Der evangelische Theologe und Prediger Ulrich Parzany warf den evangelischen Kirchenleitungen vor, sich "nicht eindeutig hinter den Marsch zu stellen".

Gegendemonstranten bringen Marsch ins Stocken

Der Marsch fand auch in diesem Jahr unter starkem Polizeischutz statt. Anlass war eine Gegendemonstration, zu der zuvor ein "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" aufgerufen hatte. Dem Bündnis gehören unter anderen der Humanistische Verband Deutschlands sowie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg an. Auch Grüne und Linkspartei bekundeten ihre Unterstützung. Das "Bündnis" fordert unter anderem ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch.

Im Verlauf der Kundgebung kam es zu tumulutartigen Zwischenfällen durch Gegendemonstranten. Diese störten den Marsch der Lebensschützer mit Geschrei und Trillerpfeifen und brachten ihn am Boulevard "Unter den Linden" durch Sitzblockaden auf der Fahrbahn zum Stehen. Die Polizei trug mehrere Gegendemonstranten von der Straße weg. (KNA)

17.05 Uhr: Ergänzt um die Information über die Zwischenfälle bei der Gegendemonstration.