Adveniat-Geschäftsführer: Verheiratete Priester kommen
Bild: © Adveniat
Lateinamerika als Vorbild für neue Formen von Gemeindeleben

Adveniat-Geschäftsführer: Verheiratete Priester kommen

Künftig werden verheiratete Männer zu Priestern geweiht: Davon ist Adveniat-Geschäftsführer Michael Heinz überzeugt. Für neue Konzepte von Gemeindeleben solle man sich Lateinamerika zum Vorbild nehmen.

Gelsenkirchen - 23.02.2018

Der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Michael Heinz, ist überzeugt, dass künftig verheiratete Männer zu Priestern geweiht werden. "Das wird sicherlich eine Sache sein, die kommen wird. Eine Prognose, wann - das ist eine andere Frage", sagte er im Interview des "Neuen Ruhr-Wort" (Samstag) aus Gelsenkirchen.

Der Steyler Missionar, der 24 Jahre in Lateinamerika tätig war, empfiehlt der katholischen Kirche in Deutschland, sich angesichts rückläufiger Priesterzahlen Konzepte von der südlichen Erdhalbkugel zum Vorbild zu nehmen. "Lateinamerika hat ja, wenn man so will, einen Priestermangel seit Beginn an", sagte Heinz. In den kleinen christlichen Ortsgemeinden Lateinamerikas "finden wir eine sehr lebensnahe Sozialform der Kirche, die versucht, den Menschen als Ganzen zu sehen", so Heinz. In Deutschland werde "oft zu stark getrennt" - einerseits nach Caritas und Soziales und andererseits nach Sakramenten und Gottesdienst. "Dass man das nicht überall als Ganzes zusammen sieht - ich denke, das ist das Problem", erklärte Heinz. (KNA)