Eine Schwedin besichtigt ein Völkermord-Mahnmal mit den Schädeln tausender Getöteter in Ruanda.
Noch viele offene Wunden nach Völkermord

Afrikatag 2017 stellt Ruanda in den Mittelpunkt

Ruanda ist ein Land mit vielen offenen Wunden. Das Hilfswerk missio macht den dort geschehenen Völkermord zum Thema des nächsten Afrikatages. Beim Umgang mit der Geschichte ist vor allem eines nötig.

Aachen/München - 30.12.2016

Beim kommenden Afrikatag Anfang Januar stellt das katholische Hilfswerk missio die Versöhnungsarbeit der katholischen Kirche in Ruanda in den Mittelpunkt. Mehr als 22 Jahre nach dem Völkermord mit fast einer Million Toten herrsche zwar Frieden im Land, doch gebe es noch immer viele offene Wunden, teilten missio Aachen und missio München mit. Die Spenden aus der weltweit ältesten Kollekte dieser Art sollen vor allem der Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Laienmitarbeitern zugutekommen. Das Motto der Aktion heißt "Bereitet dem Herrn den Weg".

"Wir müssen diesem Kontinent helfen," sagte die Schirmherrin des Afrikatags, ZDF-Journalistin Gundula Gause, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Bei ihrer Arbeit und beim ehrenamtlichen Engagement werde ihr "immer wieder klar, dass wir alle zusammen mehr tun müssen, damit es wieder mehr gute Nachrichten aus Afrika gibt".

Beim Besuch von Hilfsprojekten vor Ort habe sie festgestellt, dass es auch viele gute Nachrichten aus Afrika gebe, etwa die, "dass die Zahl der hungernden Menschen seit 1990 um mehr als 200 Millionen zurückgegangen ist". Erfolge sieht Gause auch im Kampf gegen Aids, wo unter anderem die Zahl der Neuinfektionen gesunken sei. Dabei hätten auch die Aufklärungsprogramme der katholischen Kirche einen wichtigen Beitrag geleistet.

Nachhaltige Friedens- und Versöhnungsarbeit

Von der Arbeit der Kirche in Afrika profitierten alle Menschen, ungeachtet ihrer religiösen Zugehörigkeit, betonte Wolfgang Huber, Präsident von missio München. Eine besonders wichtige Rolle für eine nachhaltige Friedens- und Versöhnungsarbeit spielen nach Ansicht von Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen, die einheimischen Priester, die missio mit den Spenden unterstützt.

Beispielhaft verwies Krämer auf Pfarrer Joseph Nayigiziki aus Ruanda, der auf Plakaten zur aktuellen Aktion zu sehen ist: "Als Elfjähriger hat er selbst die Hölle des Völkermordes miterlebt, inzwischen engagiert er sich als Seelsorger für eine nachhaltige Friedens- und Versöhnungsarbeit."

Die Kollekte zum Afrikatag ist die älteste kirchliche Spendensammlung der Welt. Papst Leo XIII. hatte sie im Jahr 1891 ins Leben gerufen, um die Sklaverei zu bekämpfen. In den meisten deutschen Bistümern wird in den ersten beiden Januarwochen gesammelt. Beim Afrikatag 2016 sammelten missio München und missio Aachen zusammen rund 1,83 Millionen Euro. (KNA)

Linktipp: missio

Bei missio handelt es sich um ein päpstliches Missionswerk. In Deutschland hat es zwei Standorte. Lesen Sie hier mehr über die Schwerpunkte des Hilfswerks.