Alitalia-Manager treffen Papst Franziskus
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Pleite-Airline steht vor Verkauf

Alitalia-Manager treffen Papst Franziskus

Mit der Papstreise nach Kolumbien führt Alitalia den 166. päpstlichen Flug durch - obwohl die Airline längst pleite ist. Die Führungsetage nutzte die Gelegenheit vor dem Abflug für ein Gespräch mit dem Papst.

Rom - 06.09.2017

Die Leitung der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia ist am Mittwochmorgen mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Zwei Kommissare der unter Sonderverwaltung stehenden Airline, Enrico Laghi und Stefano Paleari, nutzten die Reise des Kirchenoberhaupts nach Kolumbien zu einer kurzen Begegnung vor dem Abflug in Rom, wie der Konzern mitteilte. Bis zum 2. Oktober können Bieter ihr Interesse für eine vollständige oder teilweise Übernahme des hochdefizitären Luftfahrtunternehmens bekunden. Derzeit hält die Alitalia den Flugbetrieb mit einem staatlichen Überbrückungskredit von 600 Millionen Euro aufrecht.

Papst Franziskus unternimmt von Mittwoch bis Montag seine 20. Auslandsreise als Papst. Traditionell lässt er sich auf dem Hinflug von Alitalia befördern. Begleitet wird er auf dem 12-stündigen Flug vom Chef der Alitalia-Piloten, Alberto Colautti, einem 55-jährigen Norditaliener und früheren Hubschrauberpilot der italienischen Luftwaffe. Kommandant ist der studierte Psychologe Alfonso Piro (57).

Alitalia stellt zum 166. Mal den Papstflieger

Der Papst reist an Bord eines Airbus A330, der nach dem venezianischen Barockmaler Giovanni Battista Tiepolo (1696-1770) benannt ist. Unter den Flugbegleitern ist nach Angaben von Alitalia auch ein Nachfahre des Künstlers, Marco Tiepolo (47) aus Tolmezzo an der Grenze zu Österreich. Der Brauch, dass Alitalia Charterflüge für den Vatikan organisiert, begann mit der ersten Auslandsreise eines Papstes der Neuzeit mit Paul VI. (1963-1978) im Jahr 1964. Der jetzige Flug ist der 166. Papstflug des Unternehmens. (KNA)