Angriff auf Wohnsitz von Kardinal Rivera
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Ein Mensch kam dabei ums Leben

Angriff auf Wohnsitz von Kardinal Rivera

Bis 2017 war er Erzbischof von Mexiko-Stadt und lebt noch immer in der Bischofsresidenz: Kardinal Norberto Rivera. Doch jetzt drangen Unbekannte bei ihm ein – und lieferten sich einen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften.

Mexiko-Stadt - 22.10.2018

Unbekannte haben einen bewaffneten Angriff auf die Wohnung des mexikanischen Kardinals Norberto Rivera verübt. Dabei wurde am Sonntagnachmittag (Ortszeit) ein Polizist tödlich verletzt, wie lokale Medien berichten. Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden schloss aus, dass es sich um ein gezieltes Attentat gegen den 76-jährigen Kardinal gehandelt habe. Rivera stand von 1995 bis zu seiner Pensionierung 2017 an der Spitze des Erzbistums Mexiko-Stadt.

Medienberichten zufolge versuchte ein Mann unter dem Vorwand, eine Postsendung zustellen zu wollen, sich Zutritt zu der Bischofsresidenz im Stadtteil Colonia Floria zu verschaffen, und eröffnete das Feuer auf den Wachposten. Anschließend kam es zu einem Schusswechsel mit anderen Sicherheitskräften. Nach einem Bericht waren mindestens drei Personen an dem Überfall beteiligt. Die Angreifer entkamen unerkannt.

Eines der gefährlichsten Länder der Welt für Priester

Ermittler werten den Angaben zufolge Aufzeichnungen von Sicherheitskameras aus. Die Mexikanische Bischofskonferenz beklagte in einer Stellungnahme den Tod des Polizisten und sprach dessen Familie ihre Verbundenheit aus. Der Erzbischof von Mexiko-Stadt, Riveras Nachfolger Kardinal Carlos Aguiar Retes, äußerte sich auf Twitter betroffen über den Vorfall. Aguiar Retes hält sich derzeit wegen der Bischofssynode zum Thema Jugend in Rom auf.

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder der Welt für katholische Geistliche. Allein im Jahr 2016 wurden 520 Mord- und Gewaltdrohungen gegen katholische Geistliche registriert, die überwiegend von Drogenkartellen ausgingen. Insgesamt 50 Priester wurden seit 2006 ermordet, zwei weitere sind verschwunden. Mit Icmar Arturo Orta wurde vor rund einer Woche bereits der siebte Priester in diesem Jahr getötet. Im vergangenen Jahr detonierte zudem ein Sprengsatz vor dem Sitz der Mexikanischen Bischofskonferenz, zu dem sich anschließend eine radikal-feministische Gruppierung bekannte. (bod/KNA)