Erzbischof John Myers von Newark, New Jersey, in den USA.
Erzbischof John Myers soll wegen Missbrauchs-Vertuschung angeklagt werden

Anklage gegen US-Bischof gefordert

In den 1980er Jahren soll Erzbischof John Myers Missbrauchsfälle vertuscht haben, wie US-Medien berichten. Eine Interessensgruppe fordert daher nun eine Anklage des US-Bischofs vor dem zuständigen vatikanischen Gericht.

Kansas City - 01.08.2015

Myers habe "alles zum Schutz von Priestern und überhaupt nichts zum Schutz von Unschuldigen" getan, so die Kläger. Ein Sprecher der Erzdiözese Newark sagte auf Anfrage, seit Myers' Amtsantritt 2001 habe der Erzbischof einen "aggressiven Kurs" bei der Verfolgung von Hinweisen auf sexuelles Fehlverhalten gefahren. 19 Priester seien aus ihren Ämtern entfernt worden. Das zeige, dass Myers "jeden Hinweis ernst" nehme, so der Sprecher.

Im September 2013 hatte Papst Franziskus Bernard Hebda (55) zum Erzbischof-Koadjutor von Newark mit Nachfolgerecht ernannt. Dies werteten Beobachter als Reaktion auf wachsende Kritik an Myers' Umgang mit mehreren Missbrauchsfällen.

Vatikan richtet eigenes Gericht für Missbrauchsfälle ein

Der "National Catholic Reporter" sieht in der förmlichen Aufforderung, die durch den vatikanischen Nuntius in den USA überstellt werden solle, einen Lackmustest für die jüngsten Maßnahmen von Papst Franziskus. Der Vatikan hatte Mitte Juni die Einrichtung einer neuen Gerichtssektion angekündigt. Sie soll über Bischöfe befinden, die sexuellen Missbrauch durch Priester vertuschen.

Die Ankündigung geht auf eine Initiative der Päpstlichen Kinderschutzkommission und des Kardinalsrates zur Kurienreform ("K9") zurück. Beiden Gremien gehört der Bostoner Kardinal Sean Patrick O'Malley an. (KNA)

Linktipp: Sexueller Missbrauch in der Kirche

Der Trierer Bischof Stefan Ackermann ist Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Für ihn sind Aufarbeitung und Prävention gleichwichtige Ziele.