Ein Mann steht mit einer Waffe vor einer Kirche.
Erster Angriff auf katholische Kirche in Burkina Faso

Anschlag auf Messe: Priester und Gläubige sterben im Kugelhagel

Bewaffnete stürmten zu Beginn der Messe die Kirche und schossen auf die Gläubigen: Beim ersten Angriff auf ein katholisches Gotteshaus in Burkina Faso ließen sechs Menschen ihr Leben, darunter ein Priester.

Ouagadougou/Abuja - 13.05.2019

Im westafrikanischen Burkina Faso sind am Sonntagmorgen sechs Menschen bei einem Anschlag auf eine katholische Kirche ums Leben gekommen. Unter den Opfern befindet sich auch ein Priester, wie der Sender Radio France Internationale (RFI) am Sonntagnachmittag berichtete.

Ersten Informationen zufolge ereignete sich der Angriff in der Gemeinde Dablo, die rund 90 Kilometer von Kaya, der Hauptstadt der Region Centre-Nord, liegt. Bewaffnete hatten zu Beginn der Messe die Kirche gestürmt und auf Gläubige geschossen. Es ist der erste Angriff auf eine katholische Kirche im Land.

Allerdings war erst vor zwei Wochen im Dorf Silgadji eine protestantische Kirche angegriffen worden. Silgadji liegt rund 60 Kilometer von der Handelsstadt Djibou im Norden des Landes entfernt. Bei dem Angriff waren ebenfalls sechs Menschen getötet worden. Unter den Opfern auch dort der Pfarrer, wie örtliche Medien berichteten. Wie in Dablo hatten Bewaffnete die Kirche gestürmt und das Feuer auf die Besucher des Sonntagsgottesdienstes eröffnet.

Anstieg von Anschlägen ab 2015

In Burkina Faso (19,7 Millionen Einwohner) haben Terroranschläge seit Ende 2015 stark zugenommen. Bereits dreimal kam es in der Hauptstadt Ouagadougou zu schweren Angriffen. Ziel wurden ein Hotel, Restaurants sowie die französische Botschaft. Vor allem im Norden des Landes an den Grenzen zu Mali und dem Niger werden außerdem mitunter mehrmals pro Woche Polizeiposten und Gendarmerien überfallen.

Anfang Mai hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer dreitägigen Reise nach Burkina Faso, Mali und Niger Unterstützung für den Kampf gegen islamistischen Terrorismus zugesagt. Gestärkt werden soll dabei die Regionalorganisation G5, die fünf Sahel-Staaten im Februar 2014 gründeten. Die militärische Eingreiftruppe, die G5 Joint Task Force, wird auch von der EU unterstützt. (tmg/KNA)