Papst Benedikt. XVI. bei einer Messe im Vatikan
Emeritierter Papst antwortet auf Vorwürfe des italienischen Atheisten Odifreddi

Benedikt XVI.: Habe nichts vertuscht

Benedikt XVI. hat sich gegen den Vorwurf der Vertuschung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche verwahrt. Es müsse alles getan werden, damit sich solche Vorfälle niemals wiederholten, zitiert die Zeitung "La Repubblica" aus einem Brief.

Rom - 24.09.2013

"Niemals habe ich versucht, diese Dinge zu vertuschen", betont Benedikt XVI. Zudem sei erwiesen, dass es im kirchlichen Raum nicht häufiger zu Kindesmissbrauch komme als in anderen Teilen der Gesellschaft. Wer über das Schlechte in der Kirche rede, dürfe über das Gute nicht schweigen. Bis heute motiviere die christliche Botschaft die Gläubigen zu Werken der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit. Dafür stünden Menschen wie Franz von Assisi und Mutter Teresa.

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Vorwürfe gegen Benedikts theologisches Werk

In dem elf Seiten umfassenden Schreiben weist das frühere Kirchenoberhaupt auch Vorwürfe gegen sein theologisches Werk zurück, die Odifreddi in seinem Buch "Caro Papa, ti scrivo" (Lieber Papst, ich schreibe Dir) erhebt. Die Theologie ist nach seinen Worten kein bloßes Fantasieren, wie Odifreddi behaupte. Sie verbinde vielmehr die Religion mit der Vernunft: "Beide bedürfen einander." Andernfalls würden sowohl die Religion wie die Vernunft von "Krankheiten" befallen.

Dem Mathematiker legt Benedikt XVI. nahe, sich intensiver mit der historischen Auslegung der Bibel zu befassen. Odifreddis Behauptung, über den historischen Jesus sei kaum gesichertes bekannt, steht aus Sicht des Theologen Joseph Ratzinger, der 2012 sein mehrbändiges Werk über Jesus von Nazareth abschloss, nicht auf der Höhe der Forschung. Der emeritierte Papst wirft Odifreddi seinerseits vor, in seinem Bild einer "mathematischen Religion" kämen die fundamentalen Themen Freiheit, Liebe und das Böse gar nicht vor. Damit bleibe der Entwurf letztlich "leer". (KNA)

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