Beratungen in Heiligenkreuz zur Zukunft Neuzelles
Brandenburgs Kultusministerin zu Gast in Österreich

Beratungen in Heiligenkreuz zur Zukunft Neuzelles

Das österreichische Stift Heiligenkreuz will das Kloster Neuzelle in Brandenburg wiederbesiedeln. Auch das Land begrüßt die Pläne. Doch bevor die Mönche kommen, sind noch einige Fragen zu klären.

Heiligenkreuz/Potsdam - 15.03.2017

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) hat am Mittwoch das österreichische Zisterzienserkloster Stift Heiligenkreuz besucht. Sie sprach mit Vertretern der Abtei über deren Pläne zur Wiederbesiedlung des brandenburgischen Klosters Neuzelle, wie das Kulturministerium auf Anfrage in Potsdam mitteilte.

Ministeriumssprecher Stephan Breiding erklärte, die vor rund 200 Jahren von Preußen verstaatlichte Klosteranlage bei Frankfurt/Oder bleibe im Besitz der landeseigenen Stiftung Stift Neuzelle. Deshalb sei nun zu prüfen, wo die Mönche wohnen könnten und wie ihr Ordensleben mit den anderen Nutzern der früheren Klosterbauten vereinbar sei.

Die Einladung zur Wiederbesiedlung kommt vom Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt, auf dessen Bistumsgebiet Neuzelle liegt. Im November entschied die Abtei, 2018 bis zu acht Mönche nach Neuzelle zu entsenden. Unklar ist vor allem, wo die Ordensmänner wohnen können, da die meisten Gebäude der barocken Klosteranlage bereits von anderen Nutzern belegt sind. Auch über die Finanzierung des Projekts laufen noch Verhandlungen.

Land hat großes Interesse an Wiederbesiedlung

Breiding betonte, das Interesse des Landes Brandenburg an einem "Neustart" sei grundsätzlich groß. So sehe die Landesregierung die geplanten spirituellen Angebote als Bereicherung. Auch Münch hatte das Votum der Heiligenkreuzer Zisterzienser für eine Wiederansiedlung bereits begrüßt. Damit würde der Orden "an eine jahrhundertealte Stiftstradition anknüpfen", so die Ministerin. So könne er beim 750-jährigen Gründungsjubiläum 2018 zur einer "weiteren nachhaltigen Belebung des Klosterstandortes" beitragen.

Neuzelles Architektur gilt als nördlichstes Beispiel süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa. Die Klosteranlage zieht jährlich rund 120.000 Besucher an. Besondere Sehenswürdigkeiten sind zwei Barockkirchen, ein spätgotischer Kreuzgang, ein barocker Klostergarten und das 2015 eröffnete Museum "Himmlisches Theater - Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab". Zudem ist die Anlage im Sommer Schauplatz eines Opernfestivals. Mehrere historische Klostergebäude werden von einer Schule in freier Trägerschaft genutzt. (KNA)

Linktipp: Die Wiederbesiedlung hat begonnen

Im November hatten die Zisterzienser des österreichischen Stifts Heiligenkreuz beschlossen, das Kloster Neuzelle wieder zu besiedeln. Nun wurde in Ostbrandenburg der Anfang gemacht. (Artikel von Dezember 2016)