Bischof Jung: Bischöfe sollten Leitung eher abgeben
Altersgrenze von 75 Jahren zu hoch

Bischof Jung: Bischöfe sollten Leitung eher abgeben

Mit 75 noch an der Spitze eines Bistums? Für den Würzburger Bischof Franz Jung spricht einiges dagegen. Zudem äußert er sich vor der Bayern-Wahl zum "bröckelnden" Verhältnis von Kirche und CSU.

Würzburg - 08.10.2018

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat sich für eine Senkung der Altersgrenze von in der Regel 75 Jahren bei Bischöfen ausgesprochen. "Ich glaube, dass es zu lang ist, wenn ein Bischof noch mit 75 Jahren an der Spitze eines Bistums steht", sagte Jung der "Main-Post" (Wochenende). "Kirche ist heute eine große Organisation, in der es komplexe Aufgabenstellungen zu lösen gilt in einer beschleunigenden Abfolge." Ab einem gewissen Lebensalter sei man wahrscheinlich nicht mehr in der Lage, "solch weitreichende Entscheidungen zu treffen im Veränderungsstress unserer Tage", erklärte der 52-jährige Jung.

Nähe zwischen Kirche und CSU bröckelt

Jung äußerte sich angesichts der bevorstehenden Bayern-Wahl auch zum Verhältnis der Kirche zur CSU. Er spüre ein Ringen vieler Menschen um ihr Verhältnis zu der Partei, sagte der Bischof. "Die Nähe, die zwischen CSU und Kirche immer da war, beginnt zu bröckeln", so Jung. "Dass sich ein Münchner Kardinal kritisch zum Ministerpräsidenten äußert, das ist für viele Menschen neu."

Der Bischof verwies dabei auf den Verkündigungsauftrag der Kirche. "Wenn wir merken, Dinge gehen in eine ganz andere Richtung, müssen wir Position beziehen." Als Kirche sei man selbstständiger Partner, der gerne bereit sei, seinen Beitrag zu leisten - "aber der auch mal sagt: Das ist nicht ok." (tmg/KNA)