Bistum Augsburg legt Doppelhaushalt vor
Ausgaben für Personal steigen

Bistum Augsburg legt Doppelhaushalt vor

Das Bistum Augsburg rechnet in den kommenden Jahren mit steigenden Einnahmen aus Kirchensteuern - der neue Doppelhaushalt sieht jedoch auch höhere Ausgaben vor. Besonders in einem Bereich.

Augsburg - 16.03.2017

Die Diözese Augsburg hat ihren Doppelhaushalt für die Jahre 2017 und 2018 vorgestellt. Wie das bayerische Bistum am Donnerstag mitteilte, belaufe sich der Haushalt für das Jahr 2017 auf 392,7 Millionen Euro und für das kommende Jahr auf 394,4 Millionen Euro. Der zuständige Diözesansteuerausschuss habe die Finanzplanung einstimmig angenommen. Bereits in den beiden Vorjahren sei der Haushalt für zwei Jahre festgelegt worden, da dieses Vorgehen den Empfängern von diözesanen Geldern eine hohe Planungssicherheit biete.

Die Hauptausgaben sind die Personalkosten

"Für die Kirchensteuer erwarten wir nochmals ein leichtes Plus von jährlich knapp einem Prozent", sagte der Bischöfliche Finanzdirektor, Klaus Donaubauer, zur Präsentation des Haushalts. Damit würden die Kirchensteuereinnahmen zwar stabil bleiben, lägen aber "deutlich unter dem Wachstum der Vorjahre", so Donaubauer. Die Hauptausgaben seien die Personalkosten in den mehr als 1.000 Pfarreien sowie in den Kindertagesstätten, Schulen, Pflegeheimen und anderen caritativen und sozialen Einrichtungen. Diese Ausgaben stiegen nach Angaben der Diözese höher als in den Vorjahren, was an der Einrichtung von 109 neuen Stellen liege, und durch die gestiegenen Kirchensteuereinnahmen aus den Vorjahren finanziert werde.

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Insgesamt fließe die Kirchensteuer, die neben Spenden, öffentlichen Zahlungen und Investitionsgewinnen, etwa 85 Prozent der Bistumseinnahmen ausmache, zur Hälfte in die Gemeindeseelsorge vor Ort. Weitere Schwerpunkte sind mit jeweils 85 Millionen Euro die Instandsetzung von kirchlichen Gebäuden und Schulen sowie eine Sonderförderung der Caritas-Stiftung mit fünf Millionen Euro pro Jahr. Für 2017 geht das Bistum von einem Überschuss von 5,1 Millionen Euro und für das folgende Jahr von 3,5 Millionen Euro aus. Die Gewinne sollen als finanzielle Rücklage genutzt werden.

"Insgesamt blicken wir mit Zuversicht auf dieses und das nächste Jahr", fasste der Finanzdirektor die Situation zusammen. Es dürfe jedoch "im Interesse einer langfristigen Haushaltssicherung auch eine rechtzeitige Priorisierung kirchlicher Aufgaben und Leistungen nicht aus dem Auge verloren werden". (rom)

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