Bistum Magdeburg: 34 Millionen Euro Finanzierungslücke
Diözese hat Finanzbericht für 2016 vorgelegt

Bistum Magdeburg: 34 Millionen Euro Finanzierungslücke

Das Bistum Magdeburg muss weiterhin sparen. Für die finanzielle Schieflage der Diözese sind neben den hohen Pensionskosten auch riskante Investements aus der Vergangenheit verantwortlich.

Magdeburg - 28.02.2018

Beim Pensionsfonds für seine Priester hat das katholische Bistum Magdeburg eine "Finanzierungslücke" in Höhe von 34 Millionen Euro. Wie das Bistum in seinem am Mittwoch veröffentlichten Finanzbericht für 2016 einräumt, umfasste der Fonds für die Ruhestandsgehälter 29 Millionen Euro.

"Um alle Priesterpensionen aus dem Fonds finanzieren zu können, wäre jedoch eine Anlage von etwa 63 Millionen Euro notwendig", heißt es in dem Bericht. Die Differenz soll nach Auskunft des Vermögensverwalters "durch sparsames Haushalten Schritt um Schritt verringert werden". Aktuell würden die Pensionen aus dem laufenden Bistumshaushalt finanziert.

Laut Finanzbericht belief sich das Bruttovermögen des Bistums zum Stichtag 31. Dezember 2016 auf knapp 66,9 Millionen Euro; ein Plus von etwa 2,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber standen Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten in Höhe von 34,1 Millionen Euro (2015: 35,2 Millionen Euro).

Bistum tätigte hoch riskante Investements - ohne Erfolg

Im Finanzbericht heißt es dazu, dass es sich um Kredite aus den Jahren 1999 bis 2004 handelt, um damals wirtschaftliche Aktivitäten in unterschiedlichen Unternehmensbereichen zu finanzieren: "Diese Aktivitäten waren zum Teil hoch riskant und letztlich nur von geringem bis keinem wirtschaftlichen Erfolg getragen, so dass der Kapitaldienst für die Bankkredite die Finanz- und Ertragslage des Bistums heute noch schwer belastet." Das Bistum bemühe sich nun vorrangig, diese Schulden zu tilgen.

Im Bistumshaushalt von 2016 bildeten die Personalkosten mit 15,5 Millionen Euro den größten Ausgabenblock. Auf der Einnahmenseite machten die Kirchensteuern mit knapp 14,6 Millionen Euro sowie Zuschüsse des Staates und der anderen deutschen Diözesen in Höhe von 13,6 Millionen Euro die größten Posten aus. Insgesamt verzeichnete das Bistum einen Jahresüberschuss von 7,1 Millionen Euro. Zugleich heißt es: "Es ist allerdings davon auszugehen, dass in den künftigen Haushaltsjahren erheblich niedrigere Jahresergebnisse ausgewiesen werden."

In dem Bericht gesondert erfasst ist der Bischöfliche Stuhl als eigenständiger Rechtsträger. Dessen Vermögen betrug rund 490.000 Euro, deren Kapitalerträge für soziale Zwecke eingesetzt wurden. Das Kathedralkapitel als ebenfalls eigene juristische Person verwaltete ein Vermögen von 2,9 Millionen Euro. Das Bistum legte mit dem Finanzbericht für 2016 zum dritten Mal seine Vermögenssituation offen, erstmals wurden dabei die Zahlen zum Priesterpensionsfonds bekannt gegeben. (KNA)