Luftaufnahme der überfluteten Straßen in Simbach am Inn.
Kirche bietet seelsorgliche und finanzielle Unterstützung

Bistum Passau leistet Katastrophenhilfe

Das Hochwasser in Niederbayern fordert weitere Opfer. Da sind vor allem Notfallseelsorger gefragt. Das Bistum Passau bietet Betroffenen außerdem eine finanzielle Soforthilfe an.

Pfarrkirchen/Passau - 02.06.2016

Derzeit sind 20 Krisenseelsorger der Kirchen im Einsatz, sieben weitere werden am Nachmittag erwartet, wie der Passauer Pastoralreferent Dieter Schwibach der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittag sagte. Oster werde die Kräfte am Nachmittag vor Ort besuchen. Nach den Starkregenfällen am Mittwoch waren in mehreren Gemeinden im Rottal westlich von Passau Bäche und kleinere Flüsse in kurzer Zeit stark angeschwollen. Bei dem Hochwasser starben mindestens fünf Menschen, mehrere Personen werden noch vermisst. Zahlreiche Menschen sind obdachlos, die Schäden gehen in die Millionen. Meteorologen warnen vor weiteren Unwettern im Krisengebiet.

Derzeit sind laut Schwibach sechs Teams mit Krisenseelsorgern unterwegs. Erste Rückmeldungen machten klar, dass es derzeit noch "sehr schwierig" aussehe. In den nächsten Tagen müsse noch etwas nachhaltig passieren. "Wir werden unser System Freitag, Samstag und Sonntag aufrechterhalten und wir wissen, dass wir auch nächste Woche zu tun haben", erklärte der kirchliche Mitarbeiter. Bisher sei die psychologische Betreuung noch nicht im Katastrophenstab eingebunden, auch wenn dies von mehreren Rettungskräften angemahnt worden sei, so Schwibach.

Schlimme Erinnerungen an das Hochwasser von 2013

Bei ihrem Engagement greift die Kirche auf Erfahrungen aus dem Jahrhunderthochwasser in Südostbayern vor fast genau drei Jahren zurück. Bei vielen Menschen würden durch die aktuellen Ereignisse schlimme Erinnerungen wach, so Schwibach. Auch diese Belastung gelte es im Blick zu behalten. "Das Hochwasser von 2013 ist zwar technisch aufgearbeitet, aber seelisch noch lange nicht", sagte der Pastoralreferent. Damals seien die Seelsorger vier Wochen im Einsatz gewesen.

Die Dringlichkeit seelsorglicher Begleitung machte Schwiebach an einem Beispiel deutlich: So habe ein Pfarrer, der in einem Ort selbst als Feuerwehrmann im Einsatz gewesen sei, eine Familie angetroffen, die durch das Hochwasser ihre ganze Existenz verloren habe. Die Menschen seien zwar "technisch gerettet und aus ihrem nicht mehr bewohnbaren Haus in eine Unterkunft gebracht worden". Aber, so fragte Schwibach, "was passiert mit den Tränen, den Wutanfällen, der Frage nach dem Warum?" Gut geschulte Seelsorger könnten die Menschen bei der Bewältigung begleiten.

Mitarbeiter zum Helfen freigestellt

Bistumsleitung und Caritas stellten wie im Jahr 2013 Mitarbeiter in den betroffenen Gebieten von der Arbeitszeit frei, so dass sie bei der Bewältigung des Hochwassers helfen können. Außerdem rief Oster gemeinsam mit der Caritas zu Spenden auf. In Kürze solle auch bei den Sonntagsgottesdiensten in Passau für die Hochwasseropfer gesammelt werden. Es sei wichtig, nun schnell und unbürokratisch zu helfen, sagte Oster. "Dass wir für die Menschen beten und versuchen, ihnen anderweitig beizustehen, ist auch klar." Die Deutsche-Bahn-Tochter Südostbayernbahn will kostenlose Zugfahrten für Helfer ermöglichen.

Die Malteser schickten den Leiter ihrer Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), Reiner Fleischmann, in das Gebiet. Zudem seien mehr als 40 ehrenamtliche Helfer der Malteser im Einsatz, um Feuerwehr und THW mit Essen und Getränken zu versorgen oder für sie den Sanitätsdienst zu leisten, hieß es. Außerdem beteiligten sich Rettungswagen an der Evakuierung betroffener Personen. (KNA)

Linktipp: Bistum und Caritas zum Hochwasser in Rottal-Inn

Das Bistum Passau hat auf einer Seite Videos und Informationen zum Hochwassergebiet zusammengestellt. Außerdem findet sich dort ein Gebet, das Bischof Stefan Oster verfasst hat sowie das Spendenkonto der Caritas.