Der Regensburger Dom
Die Behörden haben Duldung der Alternative zugesagt

Bistum will Dom-Besetzer umquartieren

Die Versorgung der Flüchtlinge, die seit Dienstag den Dom besetzen, sei in der Kathedrale nur eingeschränkt möglich, so die Diözese. Außerdem habe der Protest nun auch Auswirkungen auf Veranstaltungen.

Regensburg - 07.07.2016

"Eine Duldung auch dieser Alternative ist von den Behörden vorerst zugesagt, es handelt sich jedoch um kein Kirchenasyl." Seit Dienstagvormittag sind die von Abschiebung bedrohten Flüchtlinge, darunter auch Kinder, im Regensburger Dom. Mit dem Protest wollen sie ein Bleiberecht in Deutschland erreichen. Die Erfahrungen der letzten Tage hätten gezeigt, dass die humanitäre Versorgung im Dom selbst nur für eine sehr begrenzte Zeit möglich ist, wie es in der Erklärung weiter heißt. Toiletten und Handwaschbecken seien zwar vorhanden, es gebe aber keine Duschen. "Die gesundheitliche Versorgung der teils schwerkranken Personen - darunter auch Kindern - ist in den Domräumen nur sehr eingeschränkt und risikoreich möglich." Derzeit übernachteten die Menschen im Durchgangsbereich vor der Sakristei. Dabei teilten sich 45 Personen 32 eng aneinander gestellte Liegen mit einem einzigen schmalen Fluchtweg ins Freie.

"Die Sicherheitslage in der Nacht ist eingeschränkt, so kann ab 22 Uhr nur durch Verständigung Dritter der Dombereich verlassen oder betreten werden", so das Bistum. Zudem sei für die Sicherung des Domes im Außenbereich "auf deutlichen Hinweis der staatlichen Behörden hin" ein Sicherheitsdienst beauftragt worden. Zudem hat der Protest nun auch Auswirkungen auf Veranstaltungen im Dom. Der Nightfever-Gottesdienst mit etwa 300 Jugendlichen am Samstagabend könne unter den gegebenen Umständen nicht in der Kathedrale gefeiert werden, sondern müsse in die nahe Niedermünsterkirche umziehen.

Scharfe Kritik an Flüchtlingsunterkünften

Die Flüchtlinge wohnten vor ihrem Protest nach eigenen Angaben teils in einem Rückführungszentrum in Ingolstadt sowie Unterkünften in Regensburg. Allen droht demnach die Abschiebung in ihre Heimatländer. Zwischen zwei Monaten und zwei Jahren seien sie in Deutschland, sagte ihr Sprecher, Isen Asanovski, am Mittwoch. Er übte scharfe Kritik an der Unterbringung in den Zentren. Die Menschen lebten in ständiger Furcht davor, dass die Polizei sie nachts zur Abschiebung abhole. Kinder hätten Angst und könnten keine Schule besuchen. (KNA)