Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode im Porträt
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Am Freitag ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen

Bode: Geflüchtete Frauen "besonders verwundbar"

Am Freitag ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Bischof Bode erinnert aus diesem Anlass an das Schicksal weiblicher Flüchtlinge. Auch in Deutschland seien sie nicht automatisch sicher.

Bonn - 23.11.2016

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen an diesem Freitag erinnern die katholischen Bischöfe in Deutschland an die Schicksale von geflüchteten Frauen weltweit. Sie seien "besonders verwundbar" und verschiedenen Formen der Gewalt ausgesetzt, erklärte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am Mittwoch in Bonn. Frauen machten im laufenden Jahr ein gutes Drittel aller Asylsuchenden aus, ergänzte Bode, der auch Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz ist sowie der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft.

Viele dieser Frauen hätten geschlechtsspezifische Gewalt erleiden müssen, so der Bischof weiter: "Besonders grausam ist es, wenn die systematische Vergewaltigung von Frauen und Mädchen als Kriegsstrategie eingesetzt wird." Auch psychische Gewalt oder fehlender Zugang zu Bildung und einem selbstbestimmten Leben könnten Auslöser für Migration sein: Zu den frauenspezifischen Fluchtursachen gehörten außerdem "drohende Verschleppung und Versklavung, Zwangsabtreibung, Steinigung, Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung sowie Mädchen- und Frauenhandel".

Auch in Deutschland nicht immer in Sicherheit

Bode sagte, er begrüße es, dass geschlechtsspezifische Verfolgung von Frauen in Deutschland seit 2005 ein anerkannter Asylgrund sei: "Gleichberechtigung von Männern und Frauen und der Schutz der Würde des menschlichen Lebens sind unverzichtbar. Für diese Werte setzen wir uns auch als katholische Kirche aktiv ein." Auch wenn Frauen nach der Flucht in Deutschland angekommen seien, seien sie nicht automatisch in Sicherheit. Auch hier könnten sie Opfer von Gewalt werden. Bode betonte, dass der Tag gegen Gewalt an Frauen Kirche und Gesellschaft daran erinnere, "in die Gewaltprävention zu investieren und frauenspezifische Benachteiligung abzubauen". Dazu gehöre, "die Sicherheit in Flüchtlingszentren zu verbessern, den Zugang zu Frauenhäusern und Schutzräumen zu erleichtern, vertrauenswürdige Hilfe bereitzustellen und zwangsverheiratete Frauen mit ihren Rechten vertraut zu machen".

Die katholische Kirche wolle dazu beitragen, dass geflüchteten Frauen eine Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben eröffnet werde. So könnten sie ihre Potenziale entfalten, erklärte Bode. Es sei ein Skandal, dass "Frauen, die sich für den interreligiösen Dialog einsetzen und Werte wie Toleranz und Gleichberechtigung einfordern, öffentlich beschimpft und bedroht werden".

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird jährlich am 25. November begangen. Er wurde 1999 von den Vereinten Nationen zum Gedenk- und Aktionstag bestimmt. Demnach sollen an diesem Tag Veranstaltungen stattfinden mit dem Ziel, die Öffentlichkeit für das Problem der Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren. (jhe/KNA)