Im Vordergrund ein Priester mit Kollarkragen und im Hintergrund eine Frau.
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Jozef De Kesel sieht katholische Kirche des Ostens als Vorbild

Brüssels Erzbischof für verheiratete Priester

Er sei gegen die Abschaffung des Zölibats, aber für verheiratete Priester, sagt der Erzbischof von Mecheln-Brüssel, Jozef De Kesel. Auch in Deutschland wird wieder über das Thema diskutiert.

Brüssel - 09.05.2016

Es gebe Menschen, für die eine Zölibatsverpflichtung "unmöglich" sei und die dennoch eine Chance erhalten sollten, Priester zu werden, so De Kesel. Er denke an die katholische Kirche des Ostens, wo verheiratete Männer bereits Priester werden könnten. Einen ähnlichen Vorschlag hatte De Kesel bereits 2010 geäußert. Damals erhielt er Unterstützung von dem Bischof von Antwerpen, Johan Bonny, und dem Bischof von Hasselt, Patrick Hoogmartens. Im Dezember 2015 hatte De Kesel das Amt des Erzbischof von Mecheln-Brüssel übernommen. Damit ist er gleichzeitig Primas von Belgien.

Unterdessen keimt die Diskussion auch in Deutschland wieder auf. In seinem neuen Interview-Buch "Mit langem Atem" hat sich etwa der Mainzer Kardinal Karl Lehmann zu diesem Thema geäußert. Man müsse sich fragen, ob es nicht unterschiedliche Modelle von Priestertum gebe, heißt es darin. Lehmann meine Anzeichen dafür zu sehen, dass Papst Franziskus mindestens für die Diskussion über die bisher nicht erlaubte Priesterweihe von in Ehe und Beruf bewährten Männern (viri probati) offen sei - vielleicht auch für ein begrenztes Experiment. (bod/KNA)