Deutsche Bischöfe bald ohne Chauffeur?
Weihbischof Losinger sieht Absatzmarkt für autonome Autos

Deutsche Bischöfe bald ohne Chauffeur?

Fahren die bischöflichen Chauffeure etwa zu rasant? Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger sieht in seinen Amtsbrüdern jedenfalls einen Absatzmarkt für selbstfahrende Autos.

Fulda - 28.09.2017

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger sieht unter den katholischen Bischöfen Deutschlands einen Markt für computergesteuerte Autos. "Wenn ein Bischof einen Chauffeur hat, bei dem ihm schon seit langer Zeit Angst ist, dann könnte ich mir vorstellen, dass für ihn autonomes Fahren in einigen wenigen Jahren eine befreiende und relaxende Funktion hätte", sagte er im Gespräch mit katholisch.de.

Losinger äußerte sich am Rande der Herbst-Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda. Er gehörte als einziger Theologe der Ethik-Kommission "Automatisiertes und Vernetztes Fahren" an, die vom Bundesverkehrsministerium eingesetzt wurde. Der Weihbischof ist selbst bereits mehrfach mit einem autonomen Auto gefahren.

Grundsätzlich spreche aus christlicher Sicht nichts gegen das sogenannte autonome Auto, erklärte Losinger weiter. Die Menschenwürde werde dadurch nicht berührt. Es müsse allerdings gewährleistet sein, dass der Computer in sogenannten Dilemma-Situationen, das heißt dann, wenn ein Unfall unvermeidbar ist, nicht Menschen nach persönlichen Merkmalen oder Zahl gegeneinander abwäge. Als zweites Problem nannte er den Umgang mit Daten, die beim autonomen Fahren in größerem Umfang anfielen. Hier müsse der Datenschutz der personenbezogenen Informationen gewährleistet werden. (tja)

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Video: © katholisch.de

Weihbischof Anton Losinger hat es ausprobiert: Bei 130 km/h auf der Autobahn im autonomen Auto. Mit welchen Gefühlen er im Auto saß und ob er das autonome Fahren seinen Mitbrüdern empfehlen kann, erklärt er im Interview.