Am 04.10.13 ist Franziskus in den italienischen Ort gereist.
Papst in Assisi: Appell für Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Diejenigen hören, die leiden

Mit einem eindringlichen Appell für Frieden in der Welt hat sich Papst Franziskus in Assisi an die Welt gewandt. "Mögen die bewaffneten Konflikte aufhören, die die Erde mit Blut tränken; mögen die Waffen schweigen und überall Hass der Liebe weichen", sagte der Papst am Freitag bei einer Messe vor der Franziskus-Basilika von Assisi. Mit Nachdruck verwies er in Anwesenheit des italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta auf die Konflikte im Nahen Osten, im Heiligen Land und in Syrien. Nach Vatikan-Angaben nahmen mehr als 50.000 Menschen an der Messe teil.

Assisi - 04.10.2013

"Hören wir den Schrei derer, die weinen, leiden und sterben aufgrund von Gewalt, Terrorismus oder Krieg", sagte der Papst mit Blick auf das Heilige Land, auf Syrien, den ganzen Nahen Osten. An die Stelle von Beleidigung müsse Vergebung und an die Stelle von Zwietracht Einheit treten.

Der heilige Franziskus sei ein Mensch der Harmonie und des Friedens gewesen, von der Liebe zu dem Armen bestimmt, unterstrich der Papst vor mehreren zehntausend Gottesdienstteilnehmern. Der franziskanische Friede sei keine Gefühlsduselei und auch "keine Art pantheistischer Harmonie mit den Energien des Kosmos", hob der Papst hervor.

Vielmehr sei der Friede des heiligen Franziskus der Friede Christi, den nur finde, wer Christus nachfolge. Dazu gelange man nicht mit Arroganz, Überheblichkeit oder Hochmut, sondern nur mit Güte und Demut des Herzens.

Papst Franziskus absolvierte am Freitag eine ganztätige Pilgerreise an die Lebens- und Wirkungsstätten des heiligen Franz von Assisi (1181/82 bis 1226), dessen Namen er sich als Papst gewählt hatte. An der Reise in die mittelitalienische Kleinstadt nahmen auch die acht Mitglieder des neuen Kardinalsrates teil, mit denen er in den vergangen drei Tagen im Vatikan über eine Kurienreform beraten hatte. Unter ihnen ist auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx.

Die Begegnung mit Behinderten war gehörte zum Programm der Assisi-Reise am 04.10.13.

Papst Franziskus küssten einen behinderten Jungen.

Franziskus feierte die Messe an jener Stätte, zu der seine Vorgänger Johannes Paul II. 1986 und Benedikt XVI. 2011 zu interreligiösen Friedenstreffen eingeladen hatten. Vor dem Gottesdienst besuchte er die mittelalterliche Basilika. In der Oberkirche besichtigte er die berühmten Fresken mit Szenen aus dem Leben des Ordensgründers; in der Krypta betete er still an dessen Grab.

Begonnen hatte der Besuchstag in Assisi in einer Kinderklinik. Anschließend besuchte Franziskus das nahe gelegene Heiligtum von San Damiano, in dem der Heilige sein erstes Bekehrungserlebnis hatte.

Danach begab sich der Papst ins Bischofshaus in jenen Saal, in dem Franziskus demonstrativ seine Kleider vor dem Bischof niedergelegt und sich auf den Weg der Nachfolge Christi begeben hatte. Dort warb der Papst für eine Kirche ohne weltliche Ambitionen.

Der Heilige von Assisi sei für die Achtung gegenüber der Schöpfung eingetreten, die der Mensch bewahren und schützen müsse, sagte der Papst weiter in seiner Predigt. "Achten wir die Schöpfung, seien wir nicht Werkzeuge der Zerstörung". Vor allem habe er aber die Achtung und die Liebe gegenüber jedem Menschen gelebt. "Gott hat die Welt erschaffen, damit sie ein Ort des Wachsens in Harmonie und Frieden sei." (KNA)

Heiliger und nationale Ikone

Papst Franziskus seinen Namenspatron in dessen Geburtsstadt