Andreas Kutschka ist nach dem Weggang des Bischofs Diözesanadministrator im Bistum Dresden-Meißen.
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Andreas Kutschke leitet übergangsweise das Bistum

Diözesanadministrator für Dresden-Meißen bestellt

Nach dem Weggang des ehemaligen Bischofs Heiner Koch wird Andreas Kutschke das Bistum Dresden-Meißen leiten. Die Wahl durch das Domkapitel fand am Sonntagabend statt. Kutschke war zuvor bereits als Generalvikar Chef der diözesanen Verwaltung.

Dresden - 21.09.2015

Bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs, der in den kommenden Monaten gewählt wird, leitet Kutschke die Diözese mit eingeschränkten Rechten. So darf er keine Entscheidungen treffen, die den neuen Bischof langfristig binden würden. Der frühere Dresdner Bischof Koch ist seit Samstag Erzbischof des Erzbistums Berlin.

Kutschke wurde 1973 in sächsischen Wurzen geboren und wuchs in Thammenhain auf. Er studierte in Erfurt und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Theologie. 2002 erhielt er in Dresden die Priesterweihe. Nach Kaplanstellen in Zittau und in der Dompfarrei Bautzen war er seit 2010 Pfarrer in Stollberg (Erzgebirge). Koch ernannte Kutschke 2013 zum Domkapitular und zum Generalvikar. Damit war er der Verwaltungschef des Bistums. Dieses Amt endete am 8. Juni mit der Ernennung Kochs zum neuen Berliner Erzbischof. (KNA)

Hintergrund: Diözesanadministrator

Ein Diözesanadministrator leitet nach katholischem Kirchenrecht ein Bistum übergangsweise nach dem Tod, Amtsverzicht oder Amtswechsel des Bischofs. Dann muss das Domkapitel, das Leitungsgremium an der Kathedrale eines Bistums, innerhalb von acht Tagen den Administrator wählen. Seine Amtszeit endet mit der Einführung des neuen Bischofs. Ein Diözesanadministrator hat viele Rechte und Pflichten eines Diözesanbischofs. Er vertritt die Diözese auch in der Deutschen Bischofskonferenz. Entscheidungen grundsätzlicher Art treffen, die den neuen Bischof langfristig binden würden, darf er jedoch nicht treffen. Laut Kirchenrecht kommt als Diözesanadministrator nur in Frage, wer Priester ist, das 35. Lebensjahr vollendet hat und nicht schon für den verwaisten Bischofsstuhl gewählt, benannt oder "präsentiert" worden ist.