Ehemaliger Misereor-Chef und Weihbischof Leo Schwarz tot
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Bischof Ackermann würdigt den Verstorbenen

Ehemaliger Misereor-Chef und Weihbischof Leo Schwarz tot

Er war Chef des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, Kontaktmann zwischen Bischöfen und Laien und leitete zahlreiche kirchliche Gremien. Am Montag ist der frühere Trierer Weihbischof Leo Schwarz im Alter von 87 Jahren gestorben.

Trier - 26.11.2018

Der frühere Trierer Weihbischof und Chef des Entwicklungshilfswerks Misereor, Leo Schwarz, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 87 Jahren in Trier, wie das Bistum Trier mitteilte. Bischof Stephan Ackermann würdigte den Verstorbenen: "Durch den Tod von Weihbischof Leo Schwarz verlieren wir einen kraftvollen Zeugen des Evangeliums und einen unermüdlichen Anwalt für die Armen und Kleinen weltweit. In unsere Trauer mischt sich zugleich die Dankbarkeit über ein erfülltes Leben im Dienst der Kirche." Noch bis zwei Tage vor seinem Tod habe Weihbischof Schwarz mit wachem Interesse und mit innerer Anteilnahme am Leben des Bistums und der Kirche insgesamt teilnehmen können, so Ackermann. "Nun hat sich sein weitgespannter Lebensbogen vollendet."

Schwarz wurde 1931 in Braunweiler im Kreis Bad Kreuznach geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Pädagogik in Trier und arbeitete als Lehrer in Cochem an der Mosel. Nach einem akademischen Jahr in den USA studierte er von 1956 bis 1961 Philosophie und Theologie in Trier und Münster. 1960 wurde er zum Priester geweiht, ein Jahr später ging er als Kaplan nach Cochem. Von 1962 bis 1970 wirkte er als Dorfpriester in Bolivien, dem Partnerland seines Heimatbistums. Unterstützt durch Spenden aus seiner Heimat setzte sich Schwarz für den Bau von Schulen, Waisenhäusern und Kliniken ein.

1970 kehrte Schwarz als Pfarrer ins Bistum Trier zurück. Vier Jahre später wechselte er zu Misereor nach Aachen, zunächst als Stellvertreter, dann als Hauptgeschäftsführer des katholischen Entwicklungshilfswerks. 1982 ernannte Papst Johannes Paul II. Schwarz zum Weihbischof in Trier. Er wurde Chef der Deutschen Kommission "Justitia et Pax" (Gerechtigkeit und Frieden) und der europäischen "Justitia et Pax"-Konferenz, leitete die Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, stand dem Aktionsausschuss des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis vor und war Geistlicher Assistent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Nach seiner Emeritierung ging er wieder als Priester nach Bolivien. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte er 2017 nach Trier zurück. Der Termin für Requiem und Beisetzung stehen noch nicht fest. (tmg/KNA)