Ein Fest für den Namen, der größer ist als alle Namen
Zum Gedenktag des Namens Jesu am 3. Januar

Ein Fest für den Namen, der größer ist als alle Namen

Der Weihnachtsfestkreis ist voll von Festen – da könnte dieser Gedenktag fast untergehen: Erst seit 2002 wird das Namen-Jesu-Fest wieder gefeiert. Doch die Geschichte der Verehrung des heiligen Namens ist lang.

Von Tobias Glenz |  Bonn - 03.01.2018

Am 3. Januar feiert die Kirche das Namen-Jesu-Fest. Im Weihnachtsfestkreis geht dieses Herrenfest aufgrund der Fülle von Festtagen fast ein wenig unter. Dabei haben Christen allen Grund, den Namen Jesu besonders zu verehren: "Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt 'Jesus Christus ist der Herr' – zur Ehre Gottes, des Vaters" (Phil 2,9ff). Der Apostel Paulus bringt die herausgehobene Bedeutung des Namens Jesu in diesen Zeilen des Philipperbriefes auf den Punkt.

Der Name ist darüber hinaus schon von seiner Übersetzung her gewissermaßen Programm. Denn "Jesus" (latinisiert von Jeschua oder Jehoschua) bedeutet wörtlich übersetzt "Gott rettet". Somit spricht jeder, der den Namen Jesu nennt, immer auch ein kurzes Glaubensbekenntnis.

Franziskaner und Jesuiten verehren den Namen Jesu

Dem Franziskanerorden war die Verehrung dieses besonderen Namens im Mittelalter ein großes Anliegen. Vor allem die heiligen Franziskaner Bernhardin von Siena und Johannes von Capestrano förderten die Verehrung stark. Papst Clemens VII. gestattete dem Orden schließlich im Jahr 1530, dem Namen Jesu zu Ehren einen eigenen Gedenktag zu begehen. Dieser fiel auf den 14. Januar. 1534 wurde mit der "Gesellschaft Jesu" (Jesuiten) ein Orden gegründet, der die Verehrung des Namens Jesu schon durch seine Eigenbezeichnung zum Ausdruck brachte.

Das Symbol der Jesuiten in der Apsis der Hauptkirche des Ordens Il Gesu in Rom.
Bild: © katholisch.de

Das Christusmonogramm in der Apsis der Hauptkirche des Jesuitenordens Il Gesu in Rom.

Auf Betreiben des römisch-deutschen Kaisers Karls VI. wurde das Namen-Jesu-Fest 1721 dann auch für die Gesamtkirche eingeführt. Bis zur Liturgiereform durch das Zweite Vatikanische Konzil feierte die Kirche das Fest am Sonntag nach Neujahr beziehungsweise am 2. Januar. Ab 1970 entfiel es als eigener Festtag und kehrte erst 2002 unter Johannes Paul II. als nichtgebotener Gedenktag am 3. Januar in den Römischen Generalkalender zurück – unter der liturgischen Bezeichnung "Heiligster Name Jesu".

Die Ostkirche pflegt das Jesusgebet

Von der Schriftlesung her hätte sich eigentlich der 1. Januar angeboten, doch wird an diesem Tag heute liturgisch das Hochfest der Gottesmutter Maria gefeiert. Im Evangelium heißt es dort: "Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde" (Lk 2,21). Diese Zeilen knüpfen an die Verheißung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel an Maria an: "Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben" (Lk 1,31).

Heute wird vor allem in der Ostkirche die Anrufung des Namens Jesu gepflegt. Das sogenannte "Jesusgebet" – auch Herzensgebet oder immerwährendes Gebet genannt – ist ein besonders in den orthodoxen Kirchen verbreitetes Gebet, bei dem ununterbrochen der Name Jesu Christi angerufen wird. In der Anrufung des Namens erbitten Christen die helfende Gegenwart Jesu in den Anliegen der Zeit. Dass die Verehrung sinnvoll ist und bleibt, unterstreicht noch einmal der Katechismus der katholischen Kirche, wenn er betont: "Der Name Jesus besagt, dass der Name Gottes in der Person seines Sohnes zugegen ist. Er wurde Mensch, um alle endgültig von den Sünden zu erlösen. Jesus ist der göttliche Name, der allein Heil bringt" (KKK 432).

Von Tobias Glenz