Ausschreitungen nach der Erschießung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch einen weißen Polizisten am 9. August in der US-Stadt Ferguson bei St. Louis.
Erzbischof von St. Louis äußert sich zu Krawallen in Ferguson und ruft zum Gebet auf

"Eine Tragödie"

Mit Blick auf die anhaltenden Krawalle in der US-Stadt Ferguson hat sich nun auch der Erzbischof von St. Louis, Robert J. Carlson, zu Wort gemeldet. In einem am Montag veröffentlichten Brief an die Gläubigen seiner Erzdiözese rief Carlson dazu auf, für Frieden und Gerechtigkeit zu beten. Ferguson ist ein Vorort von St. Louis und gehört zum gleichnamigen Erzbistum.

St. Louis - 19.08.2014

Carlson lud in seinem Schreiben für Mittwochnachmittag zu einem Friedensgottesdienst in die Kathedrale von St. Louis ein. Während der Messe sollten Spenden für die von Plünderungen und Zerstörungen betroffenen Bewohner von Ferguson gesammelt werden. Der Erzbischof rief auch die anderen Gemeinden seiner Erzdiözese dazu auf, ähnliche Gottesdienste und Sammelaktionen zu veranstalten. Die katholischen Schulen forderte er auf, Schulgottesdienste und spezielle Rosenkranzgebete für den Frieden zu veranstalten.

Die Krawalle selbst bezeichnete Carlson als "Tragödie". Die Bewohner von Ferguson kämpften derzeit darum, Frieden in dem herrschenden Chaos zu finden. Bei einem Besuch in der Stadt hatte sich Carlson zuvor selbst ein Bild von der Lage gemacht. Mit Blick auf die Krawalle zitierte er den heiligen Franz von Assisi und dessen berühmten Ausspruch "Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens". Gerade in schwierigen Zeiten seien alle Menschen dazu aufgerufen, solche Werkzeuge des Friedens zu sein, betonte Carlson.

Seit Tagen kommt es in Ferguson immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Auslöser für die Krawalle war die Erschießung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch einen weißen Polizisten am 9. August. Der Tod des 18-jährigen Michael Brown löste in den USA eine landesweite Debatte über Rassismus aus, in die sich auch US-Präsident Barack Obama eingeschaltet hat. Inzwischen versuchen die Behörden, die Situation in der Stadt durch Ausgangssperren und den Einsatz der Nationalgarde in den Griff zu bekommen.

Von Steffen Zimmermann