Der verstorbene Münchener Weihbischof Engelbert Siebler (1937–2018)
Marx: "Unermüdlicher Seelsorger"

Emeritierter Münchner Weihbischof Siebler gestorben

Mit Obdachlosen feierte er im Hofbräuhaus Heiligabend, an Karfreitag zog er mit Migranten durch München: Mit dem Tod von Weihbischof Engelbert Siebler verliert die Kirche einen populären Seelsorger.

München - 12.10.2018

Der emeritierte Münchner Weihbischof Engelbert Siebler ist tot. Er starb in der Nacht zum Freitag im Alter von 81 Jahren, wie die Diözese München und Freising mitteilte. Von 1986 bis 2012 war Siebler als Bischofsvikar für die Seelsorge in der Bayerischen Landeshauptstadt verantwortlich. Dort prägte er das öffentliche Glaubensleben unter anderem durch die Wiederbelebung der Karfreitagsprozession als "Kreuzweg der Völker". Den Heiligabend feierte der Weihbischof regelmäßig mit Wohnungslosen im Hofbräuhaus.

Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, würdigte den Verstorbenen als "unermüdlichen Seelsorger" und "treuen Arbeiter im Weinberg des Herrn". Siebler habe sich große Verdienste um die Erzdiözese und die ihm anvertraute Seelsorgsregion München erworben. In besonderem Maße habe er sich für "die Armen und Schwachen am Rand der Wohlstandsgesellschaft eingesetzt", erklärte Marx. Zugleich sei er als Bischofsvikar immer nah bei allen Menschen in den Pfarreien gewesen, "mit der festen Überzeugung, dass der Glaube an Jesus Christus auch heute die Menschen voranbringt, und der Bereitschaft, den Weg der Menschen mitzugehen in ihrem Suchen und Fragen".

Mehrere Jahre war Siebler, ein Bauernsohn aus Jarzt bei Freising, Präsident des Bayerischen Pilgerbüros. Bis vergangenes Jahr war er dort noch zeitweise als Reiseleiter aktiv. In der Deutschen Bischofskonferenz nahm der Oberbayer wichtige Aufgaben wahr. So leitete er von 2001 bis 2006 die Kommission Schule und Bildung. Für sein vielfältiges Engagement erhielt der Geistliche unter anderem das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. (tmg/KNA)