Die Libori-Vesper zur Eröffnung des Libori-Fests.
Erzbistum Paderborn begeht neuntätige Diözesanwallfahrt

Erzbischof Becker eröffnet Libori-Fest

Es gehört zu den größten und bekanntesten Kirchenfesten Deutschlands: das Paderborner Libori-Fest. Am Samstag hat Erzbischof Hans-Josef Becker die Diözesanwallfahrt eröffnet - ganz traditionell.

Paderborn - 28.07.2018

Es ist wieder Libori-Fest in Paderborn: Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnete am Samstag mit einer Vesper im Dom die neuntägigen Feiern zu Ehren des Heiligen Liborius (348-397). In einer Prozession wurden dabei die Gebeine des Patrons von Erzbistum und Stadt Paderborn in einem vergoldeten Schrein aus der Krypta in den Hochchor gebracht, wo sie zur Verehrung bis Dienstag bleiben sollen. Dazu erklang dreimal der traditionelle Libori-Tusch. Becker hatte das diesjährige Fest unter das Motto "behütet und bedacht" gestellt.

Das Libori-Fest hat seinen Ursprung im Jahr 836. Damals wurden die Gebeine des heiligen Liborius, der Bischof von Le Mans in Frankreich war, nach Paderborn überführt. So entstand eine der ältesten Städte- und Bistumspartnerschaften.

Becker: Liborifest gibt Kraft für den Alltag

In seiner Begrüßung sagte Becker, jeder Besucher des Doms könne sich in dessen Wänden "behütet und bedacht" fühlen. Ebenso erführen die von nah und fern gekommenen Feiernden sich an diesem Tag von ihrem Patron als Behütete und Bedachte - "sei es hier im Dom, sei es bei den vielen kulturellen Veranstaltungen, sei es auf der Kirmes oder auf dem Pottmarkt". Die unverwechselbare Mischung des Libori-Festes solle zur Freude der Menschen beitragen und ihnen Kraft für den Alltag geben.

Erzbischof Hans-Josef Becker

Hans-Josef Becker ist seit 2003 Erzbischof von Paderborn.

Das Libori-Fest dauert bis zum 5. August. An allen Tagen stehen Gottesdienste und Begegnungstreffen für kirchliche Gruppen und Verbände, Kultur, Tanz und Musik sowie Bibelgespräche auf dem Programm. In der Stadt gibt es eine große Kirmes.

Bischöfe aus Ägypten, Mosambik und dem Vatikan

An den Feiern nehmen laut Erzbistum 13 Bischöfe aus 11 Ländern teil. Darunter ist traditionell der Bischof von Le Mans, Yves Le Saux. Daneben kommen aus Afrika unter anderen der Bischof der koptisch-katholischen Diözese Assiut in Ägypten, Kyrillos William Samaan, und der Bischof von Xai-Xai in Mosambik, Lucio Muandula. Aus dem Vatikan hat sich Kurienbischof Josef Clemens angemeldet. Einziger deutscher Gast ist in diesem Jahr der im Juni emeritierte Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen. Das Land Nordrhein-Westfalen war am Samstag mit Landtagspräsident Andre Kuper vertreten.

An diesem Sonntag ist als nächster Festhöhepunkt um 9.00 Uhr ein Gottesdienst in der Kathedrale geplant. Becker feiert ihn mit allen angereisten Bischöfen. Im Anschluss wird der Libori-Schrein in einer Prozession durch die Innenstadt getragen. (KNA)