Eine Frau in Afrika hält Saatkörner in der Hand.
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Bamberger Erzbischof ruft zum Kampf gegen den Hunger auf

Erzbischof Schick: Es ist ein Skandal

Jährlich verhungern weltweit Millionen Menschen, obwohl das nicht nötig wäre, beklagt Bambergs Erzbischof Ludwig Schick. Gerade in Deutschland könnten Menschen etwas gegen das Sterben tun.

Bamberg - 16.10.2016

800 Millionen Menschen weltweit haben nach den Worten von Bambergs Erzbischof Ludwig Schick zu wenig zu essen, unter ihnen zahllose Kinder. Alle fünf Sekunden verhungere ein Mensch, erklärte er in einer Botschaft zum Welternährungstag am Sonntag. Dies sei ein Skandal. "Hunger muss nicht sein. Es gibt genug Nahrung. Und wir können dazu beitragen, dass alle Menschen genügend zu essen haben." Der Erzbischof rief die Menschen in Deutschland auf, das eigene Konsumverhalten überdenken.

Schick: Spenden, was man einspart

In der Bundesrepublik werden nach Schicks Worten jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Mit den weltweit vernichteten Lebensmitteln ließen sich alle Hungernden ernähren, so der Vorsitzende der Weltkirche-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Jeder solle mehr darüber nachdenken, was er an Nahrungsmitteln wirklich benötige. "Was wir einsparen, wenn wir nicht unnötige Lebensmittel kaufen, können wir spenden für die, die Hunger leiden", fügte Schick hinzu.

Der Erzbischof verwies zugleich auf den Zusammenhang von Frieden und Ernährung. "Wo Menschen in Frieden leben, gibt es in der Regel keinen Hunger, und es können Fortschritte bei der Nahrungsmittelproduktion verzeichnet werden." In Krisenregionen wie Syrien oder dem Sudan nehme hingegen der Hunger wieder zu. - Schick hatte 2009 die Stiftung "Brot für alle Menschen" ins Leben gerufen. Diese fördert vor allem Landwirtschaft und Gartenbau zur Nahrungserzeugung und hilft bei Ernteausfällen oder Naturkatastrophen durch Lebensmittellieferungen. (KNA)



Linktipp: Mitgefühl mit den Hungernden reicht nicht

Der Kampf gegen den Hunger in der Welt ist für Papst Franziskus ein emotionales Thema. Und so wählte er auch für seine Botschaft zum Welternährungstag deutliche Worte.