Erzdiözese Freiburg macht 84 Millionen Euro Bilanzverlust
Millionen-Rückstellungen wegen Finanzaffäre nötig

Erzdiözese Freiburg macht 84 Millionen Euro Bilanzverlust

Der Finanzskandal des Erzbistums Freiburg aus dem Jahr 2017 schlägt sich nun in der Bilanz nieder: Die Erzdiözese verzeichnet hohe Verluste. Grund sind Rückstellungen in dreifacher Millionenhöhe.

Freiburg - 24.11.2018

Die Erzdiözese Freiburg hat wegen ihrer millionenschweren Finanzaffäre im vergangenen Jahr 84,2 Millionen Euro Bilanzverlust verzeichnet. Hauptgrund für diesen Verlust sei, dass die Kirche Rückstellungen in Höhe von 129,6 Millionen Euro gemacht habe wegen Unstimmigkeiten bei der Abrechnung von Sozialversicherungsbeiträgen, teilte das Bistum am Freitag mit. Bereits im Oktober 2017 hatte das Erzbistum eingeräumt, Beiträge von Beschäftigten zur gesetzlichen Rentenversicherung über viele Jahre hinweg nicht korrekt abgeführt zu haben. Daher drohten möglicherweise Nachforderungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Staatsanwaltschaft ist in dem Fall tätig, hatte aber vor gut drei Wochen bekanntgegeben, keinen Hinweis auf Gesetzesverstöße gefunden zu haben. Die bisherigen Untersuchungen hätten keine Anhaltspunkte für strafbares Handeln wie Betrug oder Untreue erbracht, hatte eine Sprecherin der Behörde gesagt. Es sei daher kein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Die Arbeit der Staatsanwälte beschränke sich somit auf das Prüfen der Akten. Das werde voraussichtlich bis Jahresende andauern.

Der Mitteilung der Erzdiözese vom Freitag zufolge stiegen die Kirchensteuereinnahmen im Jahr 2017 um 24 Millionen auf 524,7 Millionen Euro. (dpa)