Frau verübt Säureattacke auf Priester
Bei der Beichte!

Frau verübt Säureattacke auf Priester

Er nahm gerade die Beichte ab, da spritzte eine Frau ihm plötzlich Säure über das Gesicht und den ganzen Körper: Der Priester aus Nicaragua kam umgehend in die Notaufnahme, über die Hintergründe der Tat kann nur spekuliert werden.

Managua - 06.12.2018

In Nicaragua ist ein katholischer Priester von einer bislang unbekannten Frau mit Säure attackiert worden. Der Vorfall ereignete sich laut Medienberichten bei einer Beichte, als die Frau dem Geistlichen plötzlich Säure ins Gesicht und über den ganzen Körper spritzte. Über den aktuellen Gesundheitszustand des Pfarrers ist noch nichts bekannt, er wurde in die Notaufnahme eines Krankenhauses eingeliefert. Ein Sprecher der Kirche erklärte, die Hintergründe der Tat seien noch ungeklärt.

Erst vor zwei Tagen hatte ein Anhänger der sandinistischen Regierung von Präsident Daniel Ortega in einem im Internet verbreiteten Video Managuas Erzbischof, Kardinal Leopoldo Brenes, und die gesamte katholische Gemeinde Nicaraguas bedroht. Dabei hatte er erklärt, er habe dafür die Unterstützung der regierenden sandinistischen Partei.

500 Tote, tausende Verletzte

Die Krise in Nicaragua entzündete sich Mitte April zunächst an einer später zurückgenommenen Rentenreform. Anschließend richteten sich landesweite Proteste gegen die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit sowie gegen staatliche Gewalt. Danach forderten Vertreter der Zivilgesellschaft den sofortigen Rücktritt von Präsident Ortega.

Ortega lehnt einen Rücktritt ab und macht die Opposition für die Gewaltausbrüche verantwortlich. Seit Beginn der Proteste kamen rund 500 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Menschenrechtsorganisationen und die katholische Kirche werfen der Regierung schwere Menschenrechtsverstöße vor. Ortega beschuldigte die Bischöfe einen Putsch gegen ihn zu planen. Die Bischöfe riefen Ortega jüngst dazu auf, den Dialog mit der Opposition wieder aufzunehmen.

Im Sommer hatte sich auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gegen die wachsende Gewalt sowie die Einschränkung von Versammlungs- und Meinungsfreiheit in Nicaragua gewendet. In einem Brief an Präsident Ortega forderte Marx, dieser solle "ein Signal des Friedens geben und auf den Weg des nationalen Dialogs zurückkehren". (tmg/KNA)