Papst Franziskus bei einem Gottesdienst im Freien.
Papst betet in Paraguay für Opfer des Anschlags in Kairo

Gegen Terroristen vorgehen

Nach dem Anschlag in Kairo fordert Papst Franziskus ein entschiedeneres Vorgehen gegen Terroristen. Krieg und Leid in Lateinamerika waren auch das Thema bei der ersten Messe des Papstes in Paraguay. Hierbei betonte er die Rolle der Frau.

Vatikanstadt/Asuncion - 11.07.2015

Zugleich verurteilte der Papst darin die Tat und die jüngste Anschlagsserie "aufs schärfste". Franziskus, der derzeit Paraguay besucht, sei sehr besorgt über den Anschlag, heißt es in dem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben. Er versichere alle Opfer und ihre Familien seines Gebets.

Bei einer Explosion am italienischen Konsulat im Stadtzentrum von Kairo wurde am frühen Samstagmorgen laut offiziellen Angaben eine Person getötet; zehn weitere wurden verletzt. Medienberichten zufolge soll es sich um eine Autobombe gehandelt haben.

Franziskus: Paraguays Frauen sind die "ruhmreichsten Amerikas"

Auf der letzten Station seiner Südamerikareise hob der Papst am Samstag die tragende Rolle der paraguayischen Frau hervor. "Ihr habt das Gedächtnis, das Erbgut jener Frauen, die das Leben, den Glauben und die Würde eures Volkes wiederhergestellt haben", sagte er an die Adresse der Frauen bei seiner Messe im Marienheiligtum von Caacupe, 50 Kilometer östlich von Asuncion.

Bei dem Tripel-Allianz-Krieg (1864-70) gegen Brasilien, Argentinien und Uruguay waren bis zu 80 Prozent der männlichen Bevölkerung Paraguays gefallen. Nach der verheerenden Niederlage im blutigsten Krieg in der Geschichte Lateinamerikas zogen viele Männer der nächsten Generationen in die Nachbarländer auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen.

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Zu Beginn seines Besuchs in Paraguay hat Papst Franziskus eine Aufarbeitung der Militärdiktatur und eine sozialere Wirtschaft gefordert. Währenddessen sorgt eine Papst-Aussage an seiner vorherigen Station für Streit zwischen Bolivien und Chile.

Daraus entwickelte sich eine besondere Rolle für die Frauen Paraguays, die der Papst mit dem Leben Marias verglich. "Sie hatte keine Wohnstätte, um ihren Sohn willkommen zu heißen", sagte der 78-Jährige vor rund einer halben Million Menschen. Die paraguayischen Frauen hätten mit großem Mut und Opferbereitschaft ein vom Krieg zerstörtes, versunkenes und überschwemmtes Land wieder aufgerichtet. "Gott segne diese Ausdauer", sagte Franziskus. Auch heute hätten die Frauen des Landes die Kraft, das Land vor dem Chaos zu retten. Der Papst schloss mit den Worten: "Gott segne die paraguayische Frau, die ruhmreichste Amerikas".

Lob für die konservative Regierung des Landes

Vor der Messe an dem Marienort Caacupe hatte der Papst das Kinderkrankenhaus "Ninos de Acosta Nu" besucht und ein Grußwort an die Patienten und das medizinische Personal gerichtet. Für den Nachmittag (Ortszeit) ist eine Rede vor Vertretern der Zivilgesellschaft Paraguays vorgesehen.

Am Freitagabend hatte Franziskus den "soliden und stabilen" demokratischen Prozess in Paraguay hervorgehoben. Bei einem Empfang im Präsidentenpalast von Staatschef Horacio Cartes lobte er Fortschritte in Bildungs- und Gesundheitspolitik, sowie im Kampf gegen die Korruption. Es seien jedoch noch Anstrengungen zur Armutsüberwindung erforderlich. Die Kirche sei in Paraguay zur Zusammenarbeit im Aufbau einer gerechten Gesellschaft bereit. (luk/KNA/dpa)

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Video: © KNA

KNA-Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel begleitet Papst Franziskus auf seiner Reise durch Südamerika. Im Videoblog berichtet er von seinen Erlebnissen. Teil 6: Tränen der Freude und der Verzweiflung beim Gefängnisbesuch.