Kirche und Geld
Es geht um vier Millionen Euro

Geldwäsche-Verdacht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Erzbischof

Hat er vier Millionen Euro Schwarzgeld aus einem großangelegten Fleischschmuggel gewaschen? Gegen diesen Erzbischof und seinen Bruder ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Genua - 02.11.2018

Die Staatsanwaltschaft in Genua ermittelt Medienberichten zufolge gegen einen Vatikanbotschafter und dessen Bruder wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Wie die Zeitung "La Stampa" (Freitag) berichtet, habe der aus Genua stammende Erzbischof Ettore Balestrero (51) vor drei Jahren seinem Bruder Guido, einem Genueser Fleischimporteur, vier Millionen Euro übertragen. Diese, so der Verdacht, seien Schwarzeinnahmen aus einem großangelegten Fleischschmuggel.

Mit dem Schenkungsvertrag, den Ettore und Guido Balestrero im September 2015 vor einem Notar in Genua besiegelt haben sollen, habe sich für die Staatsanwaltschaft ein Kreis geschlossen, so "La Stampa". Es geht den Angaben zufolge um dubiose Einfuhren von argentinischem Fleisch über Spanien nach Italien. Diese seien 1998 bereits von der spanischen Zeitung "El Pais" aufgedeckt worden. Damals hätten unter anderen Guido Balestrero und sein Vater Gerolamo spanische Behörden bestochen, um mehr Fleisch einzuführen als erlaubt.

Nach jüngsten Hinweisen der italienischen Zentralbank und der Festnahme eines Mitarbeiters des Fleischimporteurs an der schweizerisch-italienischen Grenze nehme die Staatsanwaltschaft nun die Schenkung zwischen den Balestrero-Brüdern genau unter die Lupe. Welche Rolle Ettore Balestrero in der Angelegenheit genau spielt, ist bisher unklar. Der Erzbischof ist Vatikandiplomat und derzeit Päpstlicher Administrator an der vatikanischen Botschaft in Kinshasa (Kongo). (KNA)